Das Literaturforum im Brecht-Haus hat seinen Ort in der Chausseestraße 125, der letzten Wohn- und Arbeitsstätte Bertolt Brechts und Helene Weigels, in der Mitte Berlins.
Im gleichen Haus befinden sich die als Gedenkstätte zu besichtigenden Wohn- und Arbeitsräume und das Bertolt-Brecht-Archiv, beides Einrichtungen der Akademie der Künste, sowie das „Kellerrestaurant“, dessen Spezialität Lieblingsgerichte der Wienerin Helene Weigel sind.
Das Haus ist Treffpunkt für Literatur- und Theaterfreunde und für an Geschichte und Politik interessierte Leser aus dem In- und Ausland. Seit 1992 macht das Literaturforum es sich zur Aufgabe, kritische Debatten über die gesellschaftliche Funktion von Kunst und Kultur zu initiieren und zeitgenössischer Literatur im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart und in der Auseinandersetzung mit anderen Künsten ein Forum zu bieten.
Ganz im Sinne Bertolt Brechts fördert das Literaturforum den kritischen Diskurs. Im Mittelpunkt stehen Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit ihrem Werk sowie wissenschaftliche Arbeiten zu Literatur, Kultur, Gesellschaft und Politik.
Fixpunkte unseres Programms sind literarische, zeitgeschichtlich und politisch orientierte Veranstaltungen. Im Gespräch zwischen Autoren, Kritikern, Wissenschaftlern, Journalisten und Künstlern werden Neuerscheinungen vorgestellt. Leben und Werk Brechts und seiner Wegbegleiter ist ein ständiger Bestandteil unseres Programms, die Veranstaltungen zeugen von der anhaltenden Aktualität und Anziehungskraft Brechts. Mehrmals im Jahr laden wir zu Symposien und Tagungen zu unterschiedlichen literarischen Themenkomplexen.
Kleine experimentelle Theaterinszenierungen haben ebenso in unserem Haus ihren Platz wie literarisch-musikalische Abende mit Künstlern aus ganz Deutschland.
Besondere Aufmerksamkeit widmet das Literaturforum im Brecht-Haus zukünftig der Förderung des literarischen Nachwuchses. Regelmäßig bieten wir Workshops, Diskussionsforen und Lesungen für junge Autoren an, die eine sehr gute Resonanz finden.
Zahlreiche Veranstaltungen entstehen in Kooperation mit Wissenschafts- und Kulturinstitutionen, Verlagen, Zeitschriften und ausländischen Vertretungen. Dies waren und sind u.a. die Berliner Universitäten und Hochschulen, das Institut Français, „Pro Helvetia“, „Literaturen“, „Das Magazin“, „Sinn & Form“, die Botschaften Chiles, Schwedens, der Schweiz, Slowakiens, der Tschechischen Republik und der USA oder Vertretungen einzelner Regionen z.B. Belgiens und Spaniens.
Unser Dank gilt den zahlreichen Partnern und Freunden unseres Hauses, die uns durch Tat und Anregung unterstützen.
Eine besondere Kooperationsform verbindet das Literaturforum mit der Hamburger Medien- und Kulturwerkstatt. Im Rahmen einer praxisorientierten Weiterbildung für Medienberufe werden Film- und Multimedia-Workshops angeboten.
Die Säulen unseres vielfältigen Programms sind literarische, zeithistorisch und politisch orientierte Buchvorstellungen von Autoren und Verlagen, die das nationale und internationale Literaturgeschehen akzentuieren.
In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Literaturen“ stehen die Buchvorstellungen des Literaturkritikers Jörg Magenau.
In Kooperation mit der Zeitschrift „Das Magazin“ werden Autoren und ihre Neuerscheinungen vorgestellt.
Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte und Editionsgeschichte, insbesondere die Vorstellung historisch-kritischer Werkausgaben spielen eine zunehmende Rolle im Programm.
Ausgesuchte Filmvorführungen bzw. die filmische Begleitung ausgewählter Veranstaltungen ergänzen das Angebot des Hauses.
Die Tradition der veranstaltungsbegleitenden Ausstellungen wird fortgesetzt und erfreut sich großer Resonanz.
Im monatlichen Turnus organisiert das Literaturforum Gespräche mit Autoren, Wissenschaftlern, Kulturträgern oder Zeitzeugen. Dazu gehören regelmäßig stattfindende Gesprächsrunden mit unterschiedlichen Moderatoren:
Innerhalb temporärer Reihen wird in einer Folge von Veranstaltungen ausgewählten literarischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen sowie historischen und politischen Fragestellungen nachgegangen.
In Einzelvorträgen und Gesprächen erfolgen facettenreiche Annäherungen an das Lebenswerk eines Autors, moderiert von wechselnden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – aus Kultur, Politik und Wissenschaft. Im Gespräch sind neue Lesarten, Entdeckungen und die internationale Rezeption.
Seit 30 Jahren finden jeweils im Februar die „Brecht-Tage“ statt. Unter internationaler Beteiligung diskutieren Fachleute aus Kultur und Wissenschaft sowie interessierte Laien aktuelle wissenschaftliche Beiträge zur Rezeption des Brecht’schen Werkes. Weiter im Fokus steht die Wirkung des zeitgenössischen Theaters, seine Beziehung zu Wissenschaft, Politik und Philosophie. Die in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Theater der Zeit“ publizierten Recherche-Bände dokumentieren die „Brecht-Tage“ und sind Beiträge des Literaturforums zur Debatte des zeitgenössischen Theaters.
Das alljährliche „Sommerprogramm“ ist ausgesuchten Autoren gewidmet. Im Juli und August richtet das Literaturforum in Kooperation mit Verlagen und Kulturinstitutionen zwei thematische Veranstaltungswochen aus. In Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Ausstellungen, Film- und Audiozeugnissen werden dabei unterschiedliche Aspekte eines Werkes bzw. dessen Rezeption beleuchtet. Im Zentrum dieser monothematischen Wochen standen 2009 das Leben und Werk von Walter Benjamin und von Bettina von Arnim.
Einen besonderen Stellenwert hat die Förderung junger Autoren im Literaturforum. Alljährlich stellen wir im Rahmen unserer „Berliner Manuskripte“ Stipendiaten des Berliner Arbeitsstipendiums für Autorinnen und Autoren der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten mit Arbeitsproben und Veröffentlichungen vor.
Seit 2008 fördert das Literaturforum junge Autoren in der „Romanwerkstatt“. Unter der Leitung des Berliner Schriftstellers Michael Wildenhain feilt der literarische Nachwuchs an eigenen Texten, debattiert über Inhalte und Dramaturgie der Manuskripte. Ziel der Werkstatt ist, Romanprojekte weiterzuentwickeln oder zu beenden. Die Präsentation der Ergebnisse der Werkstatt findet unter großem öffentlichen Interesse im Literaturforum im Brecht-Haus statt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Das Team des Literaturforums im Brecht-Haus