Aktuelles Veranstaltungsprogramm

Unsere nächsten Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) auf einen Blick. Alle Veranstaltungen dieses Monats finden Sie in der Monatsübersicht, frühere Veranstaltungen im Archiv.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 22.04. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Frank Günther „Unser Shakespeare“

Moderation Holger Teschke

Am Vorabend von Shakespeares 450. Geburtstag stellt Frank Günther, dessen Übersetzungen seit Jahren auf allen deutschsprachigen Bühnen gespielt werden, seine neuesten Einblicke in Werk und Leben des ersten „Global Playwrights“ der Theatergeschichte vor. Was gibt es nach über 400 Jahren bei ihm noch zu entdecken? Und ist er wirklich „unser Shakespeare“ geworden ? Für seine Übertragungen wurde Frank Günther u. a. mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis und dem Johann-Heinrich-Voss-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Mi. 23.04. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Uwe-Karsten Heye „Die Benjamins“

Erhard Schütz im Gespräch mit dem Autor

Als Denker ist Walter Benjamin zweifelsohne eine singuläre Gestalt. Aber hatte er nicht auch eine Familie? Zu nennen wären: Eltern, Ehefrau, ein politisch engagierter Bruder, aber auch seine berüchtigte Schwägerin Hilde Benjamin, die erste Justizministerin der DDR. Uwe-Karsten Heye, u.a. Redenschreiber für Willy Brandt und von 1998 bis 2002 Pressesprecher der Bundesregierung, hat unter Auswertung bislang unbekannter Archivalien die erste Familienbiografie der Benjamins vorgelegt.

In Zusammenarbeit mit Das Magazin

Fr. 25.04. 20 Uhr
Lesung

Zum 85. Geburtstag von Christa Wolf

Aus Christa Wolf „Nachruf auf Lebende. Die Flucht“
liest Dagmar Manzel

AUSSER HAUS!
Ort: Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums der Humboldt-Universität zu Berlin, Geschwister-Scholl-Straße 3, 10117 Berlin

Im Anschluss an das Kolloquium, das die Humboldt-Universität und die neu gegründete Christa Wolf Gesellschaft aus Anlass des 85. Geburtstages der 2011 verstorbenen Schriftstellerin veranstaltet, liest Dagmar Manzel aus „Nachruf auf Lebende. Die Flucht“. Die Erzählung aus dem Nachlass ist der Auftakt zum späteren „Kindheitsmuster“. Anrührend und mit liebevoller Ironie erzählt die Autorin von den inneren Verflechtungen einer Familie und vom Trauma der Flucht.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Internationalen Christa-Wolf-Gesellschaft (Berlin), mit freundlicher Unterstützung des Internationalen Christa-Wolf-Zentrums für deutsche und polnische Gegenwartsliteratur und -kultur (Poznan/ Gießen) und des Suhrkamp Verlags

Mo. 28.04. 20 Uhr
Gespräch

>MÜLLERMONTAG< Politisches Theater heute – nach Heiner Müller

Frank Raddatz im Gespräch mit Wolfgang Engler

In einem seiner letzten Gespräche schlug Heiner Müller vor, das Schöne als Kategorie des politischen Theaters zu begreifen, gerade weil sie in der Realität nicht vorkomme. Eine Variante seiner programmatischen Maxime, dass es Aufgabe der Kunst sei, die Wirklichkeit unmöglich zu machen. Gegenwärtig scheint Kunst den Anspruch, widerständig zu wirken, mehr und mehr preiszugeben. Vor diesem Horizont erörtern Wolfgang Engler und Frank Raddatz die Perspektiven eines politischen Theaters und diskutieren, welchen Sinn die Distinktionen „kritisch“ und „affirmativ“ noch besitzen.

Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft, unterstützt vom Literaturforum im Brecht-Haus

Medienpartner: Neues Deutschland

Di. 29.04. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

„Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944-1947“

Vorgestellt von Wolfgang Benz

Überlebende der Ghettos und Lager auf polnischem Boden fanden sich im Sommer 1944 in Lublin als „Zentrale Jüdische Kommission“ zusammen. Sie begaben sich auf Spurensuche des Judenmords, sicherten Beweise für den Untergang der Ghettos in Warschau, Bialystok und Wilna, für die Vernichtung der jüdischen Stetl, das Geschehen in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. Die jüdischen Historiker beschrieben den Alltag im Lemberger Janowska-Lager und zeichneten die Aussagen jüdischer Verfolgter, Zwangsarbeiter und Häftlinge in den Konzentrations- und Vernichtungslagern auf. In 39 Büchern und Broschüren dokumentierte die „Zentrale Jüdische Kommission“ die Berichte der jüdischen Überlebenden. Eine Auswahl von zwölf Texten wurde im Januar 2014 erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Die Berichte dieser Zeitzeugen der frühen Stunde sind einmalige Dokumente des Holocaust, ebenso authentisch wie ergreifend.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Mi. 30.04. 20 Uhr
Dichterleben

Richard Pietraß

im Gespräch mit Daniela Danz

Raum- und Saumtänzerin versunkener Kulturen ist die 1976 nahe der Wartburg Geborene, die in Tübingen, Prag, Berlin und Halle Kunstgeschichte studierte und nun ein Museum leitet. Weiter her als dessen Schätze kommen die von ihren Lesern geschätzten, in mehreren Auflagen gedruckten Gedichte, die heimischer wie eurasischer Geschichte und ihren Schicksalen nachspüren, wie dem des ans Schwarze Meer verbannten römischen Dichters Ovid, dessen „Liebeskunst“ noch uns Handreichung ist.

Di. 06.05. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Gregor Sander „Was gewesen wäre“

Moderation Dirk Knipphals

Freundschaftsverrat und Gefühlstreue: Von der Künstlerparty in der DDR bis ins Budapest unserer Tage spannt der Schriftsteller Gregor Sander leichthändig einen Bogen. „Was gewesen wäre“ erzählt von der Kontinuität der Suche nach sich selbst und den zwischenmenschlichen Beziehungen über alle Brüche hinweg – und zwar sowohl der historischen Brüche wie dem Mauerfall als auch der privaten Brüche wie Trennungen.

Mi. 07.05. 20 Uhr
Buchvorstellung, Lesung und Gespräch

Neue Bände der Karl-Philipp-Moritz-Werkausgabe „Schriften zur Pädagogik und Freimaurerei“, hg. v. Jürgen Jahnke und „Denkwürdigkeiten“, hg. v. Claudia Stockinger

Mit Conrad Wiedemann, den beiden Herausgebern sowie Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums zum Grauen Kloster
Aus den Schriften von K. Ph. Moritz liest: Meike Schlüter

Als Autor des „Anton Reiser“ steht Karl Philipp Moritz (1756–1793) längst im Ruf eines Klassikers. Doch sein vielschichtiges Werk wartet mit Facetten auf, die bislang nicht im Vordergrund standen. Zwei neu erschienene Bände der Kritischen Moritz-Gesamtausgabe zeigen den Verfasser als Pädagogen, Popularphilosophen, Freimaurer und Publizisten. In diesen Rollen schließt er an seine Lehrtätigkeit am Grauen Kloster und an seine Mitgliedschaft in der Johannisloge „Zur Beständigkeit“ an und greift in literarische Praktiken und Debatten des ausgehenden Aufklärungsjahrhunderts ein.

In Zusammenarbeit mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Do. 08.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Frauke Meyer-Gosau „Versuch, eine Heimat zu finden. Eine Reise zu Uwe Johnson“

Erhard Schütz im Gespräch mit der Autorin

Frauke Meyer-Gosau ist den Lebensstationen Uwe Johnsons gefolgt und hat sich im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Spurensuche begeben – geleitet von der Frage, wie viel von dem weltbekannten Autor und seinen literarischen Darstellungen noch heute an Ort und Stelle auffindbar ist? Wie sich ihr Blick auf Johnson und seine Versuche, eine Heimat zu finden, verändert hat und welche Entdeckungen sie während ihrer Reise auf seinen Spuren gemacht hat, berichtet sie im Gespräch mit Erhard Schütz.

In Zusammenarbeit mit Das Magazin

Di. 13.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Ernst Haffner „Blutsbrüder – Ein Berliner Cliquenroman“

Mit Rolf Lindner und Peter Graf
Es liest Meike Schlüter

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse Tausende Jugendliche auf der Straße. Zuflucht fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Davon erzählt der 1932 erschienene und 1938 verbotene Roman “Blutsbrüder” von Ernst Haffner. Einiges daran erinnert an heute. Nicht nur deshalb ist dieses Buch eine der erfolgreichsten Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Über den Roman sprechen der Stadtsoziologe Rolf Lindner und der Verlagsleiter Peter Graf.

Mi. 14.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Sven Reichardt „Authentizität und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren“

Moderation Stefan Reinecke

Die 1970er und frühen 1980er Jahre bilden den Höhepunkt der linksalternativen Gegenkultur in der Bundesrepublik. Sven Reichardt hat eine Kultur- und Sozialgeschichte dieser Lebenszusammenhänge vorgelegt, die Einblick in sämtliche Bereiche gewährt: Erziehung, Arbeiten und Wohnen, Sexualität und Körpertechniken, Drogen und Spiritualität. Was erweist sich aus heutiger Sicht als problematisch? Welche Lebensentwürfe sind zu Unrecht marginalisiert worden? Eine spannende Reise back to the 70‘s.

Do. 15.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

„Dr. Oetker und der Nationalsozialismus“

Mit den Mitherausgebern Jürgen Finger und Sven Keller
Gesprächspartner Johannes Bähr

Jeder kennt Dr. Oetker. Das vom Bielefelder Firmengründer erfundene Backpulver machte das Familienunternehmen zu einer der erfolgreichsten Marken Deutschlands. Es expandierte schon früh in andere Branchen. Jahrzehnte schwieg man über die Vergangenheit, nun hat die Familie Oetker Historiker beauftragt, die Firmengeschichte während der Nazi-Zeit aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Alle Archive wurden zugänglich gemacht und bleiben es auch für weitere Studien.

Di. 20.05. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Karin Kiwus „Das Gesicht der Welt“

Kerstin Hensel im Gespräch mit der Autorin

Die (West-)Berlinerin Karin Kiwus zählt zu den ungewöhnlichsten lyrischen Stimmen der Gegenwart. In ihrer seit Mitte der 1970er Jahre erschienenen Lyrik hatte sie einen neuen Ton gefunden und neue Maßstäbe gesetzt. Die Gesamtausgabe ihrer Gedichte eröffnet einen beeindruckenden, vielfältigen Blick auf das Schaffen der Autorin.

Mi. 21.05. 20 Uhr
Gespräch mit Lesungen

Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast

Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Terézia Mora

Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane und Erzählungen zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Darüber hinaus geben die Gesprächspartner kurze Empfehlungen zu den aufregendsten Büchern aus der laufenden Produktion. Dieses Mal mit dabei ist Terézia Mora, die für ihren Roman „Das Ungeheuer“ den renommierten Deutschen Buchpreis 2013 erhielt.

In Zusammenarbeit mit Cicero und Literaturen

Medienpartner: rbb Kulturradio

Do. 22.05. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Hendrik Gröttrup „Wilhelm Wassmuss. Der deutsche Lawrence“

Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor

Wilhelm Wassmuss, als Bauernsohn im Vorharz geboren, war 1914 Konsul in Buschir am Persischen Golf. Es gelang ihm, die Stämme Südpersiens zum Guerillakrieg gegen die Briten zu bewegen und ein Gebiet von der Größe Frankreichs zu kontrollieren. Im Iran steht er als Vorkämpfer der persischen Unabhängigkeit noch heute in hohem Ansehen. Das von ihm geschaffene Mustergut Tschagodek wurde zum wichtigen Vorbild für die weitere Entwicklung der Landwirtschaft in der Golfregion. Hendrik Gröttrup ist der fast vergessenen Geschichte des „deutschen Lawrence“, wie ihn die Briten nannten, nachgegangen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Fr. 23.05. 19 Uhr
Szenische Aufführung

>GASTVERANSTALTUNG< F. M. Dostojewski: "Die Sanfte"

Monodrama:
Spiel: Martin Daerr
Regie: Dmitry Borisov

„Die Sache ist nämlich die, dass es sich hierbei weder um eine Erzählung handelt noch um Aufzeichnungen. Man stelle sich vielmehr einen Mann vor, dessen Frau, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat, im Gastzimmer seiner Wohnung aufgebahrt liegt. … Eine Reihe von ihm heraufbeschworener Erinnerungen führt ihn zu guter Letzt unabwendbar zur Wahrheit hin.“

„Der Verstand kennt nur das, was er hat kennenlernen können (manches wird er vermutlich nie erfahren; das ist zwar kein Trost, aber warum soll man es nicht aussprechen?), die menschliche Natur aber wirkt als Ganzes, mit allem, was in ihr ist, bewusst und unbewusst, und wenn sie auch irrt, so lebt sie doch.“

„Das einzige, wessen der Mensch bedarf, ist ein unabhängiger Wille, ganz gleich, was diese Unabhängigkeit ihn auch kosten und wozu sie auch führen möge.“

Fjodor M. Dostojewski

Mo. 26.05. 20 Uhr
Gespräch mit Videoeinspielungen

>MÜLLERMONTAG < „Ich will nicht wissen, wer ich bin“. Heiner Müller und Bulgarien

Mit Christoph Rüter, Ginka Tscholakowa und Thomas Irmer

Ich will nicht wissen, wer ich bin, lautet der Titel des 2009 zu Heiner Müllers 80. Geburtstag gedrehten Films von Christoph Rüter und Thomas Irmer – eine Spurensuche, die die Autoren auch nach Bulgarien und Frankreich geführt hat. In der Endfassung des Films konnte sehr viel Material nicht berücksichtigt werden: Allein das bulgarische Kapitel – kommentiert von Dimiter Gotscheff – könnte einen eigenen Film ergeben. Regisseur und Produzent Christoph Rüter zeigt beim Müllermontag erstmals sein unveröffentlichtes Filmmaterial mit Dimiter Gotscheff und spricht mit Thomas Irmer und Ginka Tscholakowa über das „bulgarische Kapitel“ von Heiner Müller.

Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft, unterstützt vom Literaturforum im Brecht-Haus

Medienpartner: Neues Deutschland

Di. 27.05. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Sibylle Lewitscharoff „Killmousky“

Gabriele von Arnim im Gespräch mit der Autorin

Aus der hohenlohischen Provinz bis nach New York führt Sibylle Lewitscharoff ihre Leser. Ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar muss seinen Kater Killmousky dem unter einer Katzenallergie leidenden Nachbarn überlassen und in New York ermitteln. Eine begüterte Frau ist zu Tode gekommen, und ihre Schwester und ihr Vater beschuldigen den trauernden Ehemann, ein anderer zu sein, als er vorgibt.

Mi. 28.05. 20 Uhr
Dichterleben

Richard Pietraß

im Gespräch mit Bernd Wagner

Nicht Hufschmied wie sein Vater wurde der 1948 im sächsischen Wurzen Geborene, sondern Brandenburger Dorfschullehrer, Erzähler und Versschmied. Stolz und Eigensinn brachten den Neuberliner Mitte der achtziger Jahre von Weißensee nach Kreuzberg, wo er noch heute lebt. Die Schroffheit seiner frühen Gedichte ist dem Erinnern seines Lebens im geteilten und vereinigten Berlin gewichen, das in dem philanthropischen Misanthropen die schlafenden Hunde starker Gefühle weckt.

Di. 03.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Jens Sparschuh „Ende der Sommerzeit“

Moderation Michael Opitz

In seinem neuen Roman „Ende der Sommerzeit“ nähert sich Jens Sparschuh dem von ihm geschätzten Schriftstellerkollegen Vladimir Nabokov. Sein Protagonist gerät bei Recherchen für einen Vortrag über Nabokovs Berliner Jahre immer tiefer in das Berliner Umland und zugleich in die eigene Kindheit. Nach seinem Roman „Eins zu eins“ (2003) versucht sich der leidenschaftliche Kartograf Jens Sparschuh erneut an einer Ortsbestimmung. Wo wollte Nabokov 1929 seine Datscha bauen? Die Spurensuche erweist sich als schwierig, weil die Grenzen zwischen Realität und Fiktion fließend sind. Aber diese unklaren Verhältnisse sind wie geschaffen, um Sparschuhs ganz eigenen Humor zur Entfaltung zu bringen.

Mi. 04.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Feridun Zaimoglu „Isabel“

Moderation Gerrit Bartels

Isabel, die Protagonistin des gleichnamigen Romans von Feridun Zaimoglu, setzt einen radikalen Schnitt und begibt sich aus ihrem etabliert bürgerlichen Leben in selbst gewählte Armut und Obdachlosigkeit. Ist die Handlung zu konstruiert? In jedem Fall ist sie sprachlich beeindruckend erzählt, in einer knappen und präzisen Diktion, mit der die gesellschaftlichen Ränder Berlins ausgeleuchtet werden.

Do. 05.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Peter Wawerzinek „Schluckspecht“

Thilo Bock im Gespräch mit dem Autor

Bachmannpreisträger Peter Wawerzinek rezitiert, singt und skandiert aus „Schluckspecht“, seinem neuen Roman über Rausch, Sucht, Suff und die unvergängliche Liebe zum Alkohol. Vier Jahre nach dem gefeierten Roman „Rabenliebe“ ist ihm erneut ein großes, autobiografisch geprägtes Werk gelungen. Unterstützt wird Wawerzinek an diesem Abend von seinem E-Mail-Freund, dem Autor Thilo Bock.

Fr. 06.06. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Ulrich Herbert „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“

Moderation Stefan Reinecke

Die deutsche Geschichte sieht der Historiker Ulrich Herbert durch zwei Perspektiven bestimmt: Zum einen die großen Kriege und Katastrophen, die das deutsche 20. Jahrhundert in zwei Teile spalten – vor und nach 1945. Zum anderen der Aufstieg der modernen Industriegesellschaft, der über die verschiedenen politischen Systeme hinweg zu jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um die soziale und politische Ordnung führt. Kriege und Terror, Utopie und Politik, Kapitalismus und Sozialstaat, Sozialismus und demokratische Gesellschaft, Geschlechter und Generationen, Kultur und Lebensstile, europäische Integration und Globalisierung: Wie diese widersprüchlichen Ereignisse und Entwicklungen strukturiert und aufeinander bezogen sind, davon handelt dieses Buch.

Di. 10.06. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Helmut Lethen „Der Schatten des Fotografen. Bilder und ihre Wirklichkeit“

Moderation Ingo Arend

Gibt es eine Wirklichkeit hinter den Bildern? Und wenn ja, gibt es einen direkten Zugang zu ihr? Ganz neu ist die Frage, die Helmut Lethen stellt, nicht. Die Sehnsucht nach dem “unvermittelten Blick” auf die Welt, jenseits der Medien, ist so alt wie die menschliche Kultur. Doch so wie der 1939 geborene Literaturwissenschaftler sie stellt, macht das sein neues Buch so besonders lesenswert. In Form autobiografisch getönter Essays spürt der Literaturwissenschaftler dem nach, was er die „Wirklichkeit der Bilder“ nennt. Ausgangspunkt sind Bilder der persönlichen Erinnerung, aber auch Ikonen der Massenkultur und der Fotografie. Beiläufig entsteht so eine „Schule des Sehens“, die einen kritischen Umgang mit Bildern lehrt. Für „Der Schatten des Fotografen“ erhielt Helmut Lethen im März den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch.

Mi. 11.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Per Leo „Flut und Boden. Roman einer Familie“

Erhard Schütz im Gespräch mit dem Autor

Per Leo hat etwas ganz Überraschendes geschafft: Er hat dem strapazierten Muster des Familienromans samt Nazi-Großvater auf großartige Weise eine neue Dimension verliehen, die zwar tief in der deutschen Geistesgeschichte gegründet ist, zugleich aber voller aktueller Lebensweltlichkeit, ja, Lebensweisheit ist.

In Zusammenarbeit mit Das Magazin

Do. 12.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Urs Faes „Sommer in Brandenburg“

Moderation Ralph Schock

Zwei junge Menschen, noch keine zwanzig: er ein Hamburger Schlaks, aus gutbürgerlicher Familie, musisch interessiert; sie mit dunklen Augen und unbefangenem Lachen, Tochter eines Wiener Journalisten. Sie begegnen sich, sie arbeiten miteinander, verlieben sich ineinander – unter außergewöhnlichen Umständen. Im Sommer 1938 bereiten sich Lissy Harb und Ron Berend auf einem Landgut in Brandenburg auf ihre Ausreise nach Palästina vor; in den jüdischen Landwerken, sogenannten Hachschara-Zentren, rüsten sich, von den Nationalsozialisten nur anfangs geduldet, Jugendliche für das harte Leben im Kibbuz. Sie alle eint das Ziel, dem Terror zu entkommen, sie alle eint die Hoffnung auf eine Ausreiseerlaubnis.
Der Schweizer Schriftsteller Urs Faes wurde 1947 geboren, er publiziert seit 1970. Er hat eine Reihe von Romanen veröffentlicht, außerdem Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke und Hörspiele.

In Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk (SR 2 KulturRadio)

Di. 17.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Kathrin Gerlof „Das ist eine Geschichte"

Gabriele von Arnim im Gespräch mit der Autorin

Kathrin Gerlof erzählt mehrere Geschichten, die gekonnt miteinander zu einer einzigen verknüpft werden: Einerseits geht es um die Bewohner der Salomon-Weinreb-Straße, die nach der Wende mit Restitutionsansprüchen einer jüdischen Erbengemeinschaft konfrontiert werden. Zum anderen aber kommen die verstorbenen Brüder Weinreb zu Wort und holen die deutsch-jüdische Vergangenheit ins Bewusstsein der Nachkriegsgeneration – wodurch der Roman einen multiperspektivischen Blick auf Fragen von Schuld und Mitschuld an der deutschen Geschichte erlaubt.

Mo. 23.06. 20 Uhr
Gespräch

>MÜLLERMONTAG< Der ‚Vaterkomplex‘ bei Heiner Müller

Frank Hörnigk im Gespräch mit Janine Ludwig

Im Prosatext „Der Vater“ (1958) begeht Müller literarischen Vatermord und skizziert einen politisch überformten Lebenskonflikt: von der Verhaftung Kurt Müllers 1933, der „ersten Szene meines Theaters“, als der vierjährige Sohn sich schlafend stellt, bis zum Gegenverrat des Vaters, der sich 1951 im Westen niederlässt, „Renten auszahlend an Arbeitermörder“. Das Gedicht Neujahrsbrief 1963 ersetzt nie geschriebene Zeilen, wie ein Nachlass-Fragment offenbart: „Ich bin meinem Vater einen Brief schuldig.“ Nach dem Zusammenbruch der DDR und aller politischen Gewissheiten geistert „das Gespenst meiner Kindheit“ in Prosa, Gedichten und Fragmenten herum, ist Anlass für Neuversuche, Selbstbegegnungen und Nachdenken über die eigene Vaterrolle.

Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft, unterstützt vom Literaturforum im Brecht-Haus

Medienpartner: Neues Deutschland

Di. 24.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Romanwerkstatt: das Finale!

Mit Agnes Gerstenberg, Johanna Hemkentokrax, Paul Jeute, Max Kowatsch, Madeleine Prahs, Carola Weider
Moderation Michael Wildenhain

Die Gegenwartsliteratur sei zu „brav“ – so der Vorwurf, der jüngst im Feuilleton für Furore sorgte. Unsere zusammen mit der Rosa Luxemburg Stiftung veranstaltete Romanwerkstatt des Literaturforums im Brecht-Haus lädt ein, sich ein eigenes, differenzierteres Bild der jungen Literatur zu machen. Unter der Leitung von Michael Wildenhain waren sechs talentierte und engagierte Autorinnen und Autoren eingeladen, ihre Manuskripte zu veröffentlichungsreifen Texten weiterzuentwickeln. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

In Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung

Mi. 25.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Kristin Schulz „Gesammelte Fehlmärchen“

Moderation Michael Wagener

Die „Gesammelten Fehlmärchen“ führen die Leser der Gedichte an die Enden nach dem Ende – wenn der Tod sich verspätet, das Märchen vergisst und die Zeit bleibt, sich umzusehen und den Blick zurück zu wagen, koste es auch Eurydike oder das Leben. Wenn die Fügungen ausgehen, helfen unverhoffte Wendungen: Hakenschlagend gelangt Kristin Schulz aus dem Dickicht der Sprache auf die Lichtung der Worte. Zusammen mit dem Herausgeber wird sie ihren ersten Lyrikband vorstellen.

Do. 26.06. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Klaus Hillenbrand „Berufswunsch Henker. Warum Männer im Nationalsozialismus Scharfrichter werden wollten“

Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor

Tausende Menschen starben während des Nationalsozialismus durch das Fallbeil. Einige wenige Scharfrichter töteten im Auftrag einer skrupellosen Justiz unterschiedslos Widerstandskämpfer, Diebe und Gewaltverbrecher. Berichte über diese Henker verlockten viele Deutsche, sich selbst um das einträgliche Amt des Scharfrichters zu bewerben; doch nur den wenigsten gelang es, tatsächlich zum „staatlich bestallten Mörder“ zu werden. Die Bewerber waren teils überzeugte Nazis, teils aber auch Arbeitslose in großer persönlicher Not. Klaus Hillenbrand hat die Praxis des Scharfrichteramtes nachgezeichnet und entwickelt eine Typologie der Henker im NS-Staat.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

07.04.-30.06.2014
Ausstellung

Andreas Grunert "Nervensommer" (4 Acrylbilder)

In Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Friederike Mayröcker entwickelte der Maler Andreas Grunert zwischen April 1998 und Mai 1999 den Bild-Text-Zyklus „1 Nervensommer“.
Aufbauend auf der daraus entstandenen Assoziationskette aus Bildern und Texten, entwarf Grunert in den darauffolgenden Jahren großformatige Acrylbilder, die auf Motive des originalen Zyklus zurückgreifen.
Auf diesen Bildern sind zwar einzelne Motive wie menschliche Figuren, Tiere oder Gegenstände deutlich zu erkennen, doch sind diese keinem Handlungsablauf unterworfen und ihr Zusammenhang erscheint dem Betrachter rätselhaft. Mit einer über Jahre hinweg entwickelten Zeichensprache schafft der Künstler sinnlich-poetische Bilder, die zur Assoziation anregen. Grunerts Werke sind als Denkbilder zu verstehen, die zur meditativen Betrachtung und zum Nachdenken einladen.

Weitere Infos: www.andreas-grunert.de

Copyright (c) 2008 Gesellschaft für Sinn und Form e.V.. Anschrift: Gesellschaft für Sinn und Form e.V., Chausseestraße 125, D-10115 Berlin-Mitte. Telefon: 030. 28 22 003, Fax: 030. 28 23 417, e-mail: info (at) lfbrecht.de.