Aktuelles Veranstaltungsprogramm

Unsere nächsten Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) auf einen Blick. Alle Veranstaltungen dieses Monats finden Sie in der Monatsübersicht, frühere Veranstaltungen im Archiv.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 22.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Erzählte Zeit - Esther Slevogt „Den Kommunismus mit der Seele suchen: Wolfgang Langhoff - ein deutsches Künstlerleben im 20. Jahrhundert“

Annett Gröschner im Gespräch mit Esther Slevogt

Theatermacher, Kulturfunktionär und Held des antifaschistischen Widerstands: Wolfgang Langhoff (1901–1966) war eine der schillerndsten und einflussreichsten Theaterpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Nach dem 1. Weltkrieg Freikorpskämpfer gegen die Bolschewisten, schauspielernder Dandy und Agitprop-Theaterleiter, wird aus dem Bühnenhelden 1933 einer der ersten KZ-Häftlinge, dann Schweizer Exilant, schließlich von 1946 – 1963 Intendant des Deutschen Theaters Berlin, wo er in den Sog ideologischer Grabenkämpfe gerät.

Mi. 23.05. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Milena Michiko Flašar „Ich nannte ihn Krawatte“

Moderation: Studierende des Seminars „Literarische Veranstaltungen moderieren“, Humboldt-Universität zu Berlin

Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Nach und nach erzählen sie einander ihr Leben und setzen behutsam wieder einen Fuß auf die Erde. Aus der Erfahrung, dass Trauer im Lachen verborgen werden kann und Freundschaft immer möglich ist, stärken sie sich – für einen endgültigen Abschied und für einen Anfang. Nur wenige sorgfältig gewählte Worte benötigt die Wienerin Milena Michiko Flašar, Jahrgang 1980, um die Figuren ihres neuen Romans zum Leben zu erwecken, nur wenige Szenen, um ganze Schicksale zu erzählen.

Do. 24.05. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Sibylle Knauss „Fremdling“

Sigrid Löffler im Gespräch mit Sibylle Knauss

Vor 30 000 Jahren sind sie aus der Welt verschwunden, die letzten Vertreter einer etwas anderen Menschenart. Was wäre, wenn einer von ihnen zurückkäme in unsere Gegenwart? Ein Jäger aus den tiefen Eiszeiten der Erde? So ließe sich die „Versuchsanordnung“ beschreiben, die Sibylle Knauss‘ neuem Roman zugrunde liegt. Ein absonderliches Kind kommt zur Welt, wächst auf und findet keinen Platz in ihr. Schließlich wird der geborene Jäger zum Gejagten. Nicht nur die Polizei sucht ihn, auch Forscher, die eine wissenschaftliche Sensation wittern, sind ihm auf der Spur.

Di. 29.05. 20 Uhr
Buchpremiere und Gespräch

Friedrich Dieckmann „Freiheit ist nur in dem Reich der Träume“ – Schillers Jahrhundertwende

Sebastian Kleinschmidt im Gespräch mit Friedrich Dieckmann

Friedrich Schillers Lebensjahre vor und nach der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert sind Gegenstand der Dokumentarerzählung Friedrich Dieckmanns. In einer Mischung aus biografischer Beschreibung, innerem Monolog, Werkdeutung und geistreicher Spekulation lädt das Buch zu einer Wiederbegegnung mit Schiller ein und beleuchtet das politische und kulturelle Panorama einer kriegsträchtigen, spannungsgeladenen Zeit.

Mi. 30.05. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Marion Brasch „Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie“

Jürgen Kuttner im Gespräch mit Marion Brasch

Marion Brasch stammt aus einer DDR-Vorzeigefamilie: Ihr Vater war stellvertretender Kulturminister, die älteren Brüder, allen voran Thomas, wenden sich jedoch schon früh gegen den Vater und das sozialistische Regime. Die Familienkonflikte und ihre eigene Rolle darin reflektiert Marion Brasch in diesem autobiografischen Familienroman und entwirft dabei ein facettenreiches Bild des alltäglichen Lebens in der DDR. Aus der Perspektive eines Kindes erzählt, zieht sich ein leichter und unbeschwerter Ton, trotz aller familiären Tragik, durch die Erzählung. In der Geschichte der Familie Brasch, in der das Einzelschicksal immer auch mit dem politischen Geschehen verwoben zu sein scheint, spiegelt sich so ein Stück deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Do. 31.05. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Peter Pragal „Ihr habt es aber schön hier! Als West-Korrespondent in der DDR“

Wolfgang Benz im Gespräch mit Peter Pragal

Peter Pragal verlegte 1974 als erster unter den akkreditierten westdeutschen Korrespondenten seinen Wohnsitz in die DDR und zog mit Frau und Kindern nach Ost-Berlin. Um das Leben der Menschen in der DDR realistisch schildern zu können, versuchten die Pragals sich so gut es ging in die Gesellschaft zu integrieren, verbrachten ihren Urlaub in der DDR und schickten ihre Kinder in den Kindergarten bzw. auf die Polytechnische Oberschule. In seinem Buch erzählt Peter Pragal von seinem insgesamt zwölf Jahre währenden DDR-Alltag.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Di. 05.06. 20 Uhr
Gespräch

70 Jahre Wannsee-Konferenz. Zur öffentlichen Wahrnehmung und künstlerischen Auseinandersetzung mit der Wannsee-Konferenz

Wolfgang Benz im Gespräch mit Lore Kleiber, Kurt Pätzold, Gerhard Schoenberner, Christian Tietz

In der Villa am Großen Wannsee 56–58 trafen sich vor 70 Jahren hohe NS-Funktionäre, um über die Ausführung des Judenmords zu beraten. Die Rezeption dieses Ereignisses, das unter dem Schlagwort Wannsee-Konferenz bekannt wurde, hat längst ihre eigene Geschichte. Über die wechselvolle Wahrnehmung des Ereignisses in der deutsch-deutschen Öffentlichkeit sowie in Literatur, Theater und Film diskutieren die Historiker Wolfgang Benz, Kurt Pätzold, Gerhard Schoenberner (ehemaliger Leiter, Haus der Wannsee-Konferenz), Lore Kleiber (Pädagogische Abteilung, Haus der Wannsee-Konferenz) und der Theaterregisseur Christian Tietz.

Mo. 11.06. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Christina von Braun „Der Preis des Geldes: Eine Kulturgeschichte“

Moderation: Franziska Augstein

Wir alle werden beherrscht vom Geld, diesem körperlosen Zahlungsmittel, das wie kein anderes Medium über die menschlichen Gefühle, Körper und das Geschlecht herrscht. Die Autorin befragt literarische Texte, Fernsehserien und unsere Alltagskultur, warum wir an die Macht eines Systems glauben, das einen so hohen Abstraktionsgrad erreicht hat? Wie kommt es, dass Geld im Mittelpunkt unseres Lebens steht?

Di. 12.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Hans Joachim Schädlich „Sire , ich eile... Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle“

Sigrid Löffler im Gespräch mit Hans Joachim Schädlich

Um die spannungsreiche Beziehung zwischen dem Preußenkönig und Voltaire geht es in Hans Joachim Schädlichs Novelle. Anhand der historischen Quellen erzählt der Autor minutiös vom Verhältnis zwischen dem großen französischen Aufklärer Voltaire und dem preußischen König Friedrich II. und davon, wie es sich entwickelte. Im präzisen Umgang mit den historischen Fakten und mit Gespür für die Dramatik seiner Figuren, untersucht der Historiker und Schriftsteller Schädlich das Verhältnis von „Macht und Moral“, von „Wahrheit und Lüge“.

Do. 14.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch - Buchpremiere

„Im Schnittpunkt der Zeiten. Autoren schreiben über Autoren“, hg. v. Hans-Christian Oeser u. a.

Hans-Christian Oeser im Gespräch mit Renate Ahrens, Thomas B. Schumann und Christina Viragh

Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland (vormals Deutscher PEN-Club im Exil) stellt seine neu herausgegebene Anthologie vor. Die Liste verstorbener Mitglieder des Zentrums, von Bertolt Brecht bis Carl Zuckmayer, von Walter Benjamin bis Arnold Zweig, umfasst mehr als 360 Schriftsteller, Flüchtlinge, Emigranten, Exilanten, die aus Hitlerdeutschland vertrieben wurden. In dieser lesenswerten Anthologie werfen Mitglieder von heute einen Blick auf Leben und Werk bekannter und vergessener Mitglieder von früher und die Bedeutung, die sie für sie haben.

In Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft

Fr. 15.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Giwi Margwelaschwili „Das Lese-Liebeseheglück“

Moderation: Ralph Schock (Mitherausgeber)

Durch eine Expedition in die nassau-saarbrückische Fürstenzeit soll die Revolution von 1789 hinausgezögert werden, denn die historische Umwälzung bringt auch großes Leid und Not über die Menschen. Giwi Margwelaschwili hat einen ebenso ungewöhnlichen wie unterhaltsamen Roman entworfen, dessen Dialoge philosophische Grundprobleme berühren und durch funkelnden Esprit überraschen – als ob Platon mit Heidegger über das Sein diskutieren würde. Ein faszinierendes Spiel mit der Phantasie des Lesers in der Tradition von Italo Calvino und Jorge Luis Borges.

Mo. 18.06. 20 Uhr
Lesungen und Gespräch

Bernhard Kegel „Ein tiefer Fall“

Moderation: Joachim Scholl

Zerborstende Aquarien und zwei Tote: Und das alles im Labor eines berühmten Evolutionswissenschaftlers, der den Zorn seiner Kollegen auf sich gezogen hat. Bernhard Kegel ist ein handfester und klug geschriebener Wissenschaftskrimi geglückt. Er wirft Fragen nach einer Wissenschaftsethik auf, die mit dem Schluss des Buches längst nicht abgeschlossen sind. Bernhard Kegel, selbst Agrarökologe, versteht es souverän, auch Laien in komplexe biologische Zusammenhänge einzuweisen.

Di. 19.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Felicitas Hoppe „Hoppe“

Erhard Schütz im Gespräch mit Felicitas Hoppe

Felicitas Hoppe, laut Wikipedia in Hameln geboren und aufgewachsen, laut „Hoppe“ aber in Kanada, ist eine ebenso kluge wie fabulierfreudige, eine der anregendsten unter den gegenwärtigen Autorinnen. Nach Abenteuerreisen, Rittern und gewappneten Jungfrauen hat sie in „Hoppe“ jetzt sich selbst, ihre Biografie, zum Gegenstand genommen. Herausgekommen ist ein ebenso raffiniertes wie nachdenkenswertes Vexierspiel mit dem beliebten Genre der (Familien)Biografie.

In Zusammenarbeit mit Das Magazin

Mi. 20.06. 20 Uhr
Gespräch mit Lesungen

Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast

Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Sibylle Lewitscharoff

Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane und Erzählungen zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Darüber hinaus geben die Gesprächspartner kurze Empfehlungen zu den aufregendsten Büchern aus der laufenden Produktion. Aus jedem der zur Diskussion gestellen Bücher gibt es eine kurze Lesung. Dieses Mal geht es u.a. um Jane Bowles “Einfache Freuden” und Karl Ove Knausgård “Lieben”.

In Zusammenarbeit mit „Literaturen“

Di. 26.06. 20 Uhr
Gespräch

Traum- oder Albtraumland Sowjetunion? Die zweite Generation des Sowjet-Exils

Mit Maik Hamburger, Annette Leo, Pawel Lochthofen und Andrej Reder
Moderation: Christoph Links

In den 1920er und 1930er Jahren war die Sowjetunion Anziehungspunkt und Zuflucht für Kommunisten aus Deutschland und vielen anderen Ländern, die am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitwirken wollten und/oder in ihren Heimatländern verfolgt wurden. Sie halfen bei der Errichtung neuer Städte, arbeiteten in der Kominternzentrale für die Weltrevolution oder übernahmen gefahrvolle Missionen im Ausland. Und sie gründeten Familien, setzten Kinder in die Welt – Kinder der Zukunftshoffnung. Dann begann in den 1930er Jahren der große Terror, in dessen Mühlen auch viele deutsche Emigranten gerieten. Mehr als 70 Jahre danach erinnern sich ihre Kinder.

Mi. 27.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Stefan Schütz „Beelzebub“

Es liest: Hermann Beyer
Moderation: Jürgen Verdofsky

Satan, Luzifer, Beelzebub – so weit ist es mit der Gesellschaft gekommen, dass der Held dieses Romanquintetts in die Weite, bis in die Mongolei, und in die Tiefe, zu Beelzebuben und Teufelinnen, ausweichen muss auf seiner phantastischen Suche nach Erkenntnis und nach einem sicheren Ort für sich und seine Schriften. Stefan Schütz, der lange in Berlin (Ost) gelebt hat, wurde als Dramatiker bekannt und für seine Prosa ausgezeichnet. Zusammen mit dem Schauspieler Hermann Beyer, der Passagen aus dem Buch vortragen wird, entdeckt der Autor den Teufel im Detail.

Do. 28.06. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Gertrud Pickhan und Maximilian Preisler „Von Hitler vertrieben, von Stalin verfolgt. Der Jazzmusiker Eddie Rosner“

Wolfgang Benz im Gespräch mit Gertrud Pickhan und Maximilian Preisler
Am Saxophon: Dirk Engelhardt

In der Geschichte des europäischen Jazz ist Eddie Rosner, Jahrgang 1910, eine Ausnahmegestalt. In Berlin machte er bereits in jungen Jahren Karriere. Da er als Jude ab 1933 in Deutschland nicht mehr sicher war, führte ihn ein unruhiges Leben durch ganz Europa. 1939 landete er schließlich in der Sowjetunion, wo er zu einem Superstar mit eigenem Jazzorchester wurde. Nach Kriegsende aber wurde er als Verräter gebrandmarkt und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Auch als Gulag-Häftling machte Rosner Musik und konnte nach Stalins Tod in Moskau an seinen alten Ruhm anknüpfen, bis er schließlich 1973 nach Berlin (West) zurückkehrte, wo er 1976 starb. Die Osteuropa-Historikerin Gertrud Pickhan und der Musikjournalist Maximilian Preisler zeichnen in ihrem Buch das bewegte Leben Rosners nach.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Sa. 30.06. Ab 15 Uhr
Führungen, Filme, Gespräche und Lieder

Sommerfest im Brecht-Haus (Eintritt frei!)

Das diesjährige Sommerfest des Brecht-Hauses erinnert an Mitarbeiter und Freunde Brechts, u. a. Elisabeth Hauptmann, Hanns Eisler und Paul Dessau.

Ab 15:00 Uhr werden kostenlose Führungen durch die Brecht-Weigel-Gedenkstätte und über den Dorotheenstädtischen Friedhof sowie Gespräche über das Brecht-Archiv angeboten
Um 15:30 Uhr wird Karlheinz Munds Film über Elisabeth Hauptmann „Die Mitarbeiterin“ (1972, 58 Min.) gezeigt, mit einleitenden Worten des Regisseurs
Um 17:30 Uhr Premiere eines Poesiefilms (60 Min.), der mit Studierenden der Schauspielschule „Ernst Busch“ entstanden ist
Um 19:30 Uhr präsentiert Andreas F. Staffel das musikalische Programm “Liebeslieder und politische Lieder nach Gedichten von B.B.“ mit Kompositionen von Paul Dessau, Hanns Eisler sowie Andreas F. Staffel (U.A.) und Sebastian Stier (U.A.)

Veranstaltung der Brecht-Weigel-Gedenkstätte, des Bertolt-Brecht-Archivs der Akademie der Künste und des Kellerrestaurants mit dem Literaturforum im Brecht-Haus

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

05.04.-01.06.2012
Ausstellung

Monika Meiser „Bewegung und Atmosphäre"

„Die Bilder sind gemalt mit transparenten und deckenden Wasserfarben,Pigmenten und Kreiden auf Papier. Sie
entstehen parallel im mehr oder weniger langen Prozeß des Übermalens.
Dabei ist der Malprozeß ein intuitiver, in dessen Verlauf unterschiedlichste Einflüsse eingehen, der der täglichen
Verfassung entsprechend mit wechselnder Energie vorangetrieben wird.
Ausgehend von mehr oder weniger vagen Vorstellungen wandelt sich ein Bild beim Malen so lange, bis eine Entscheidung fällt und das Bild als fertig akzeptiert wird. Farben und Formen durchdringen und überlagern sich zu rhythmisch bewegten Bildlandschaften, die, obwohl abstrakt, Naturhaftes, Pflanzliches oder Atmosphärisches assoziieren.“
Monika Meiser

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