Aktuelles Veranstaltungsprogramm

Unsere nächsten Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) auf einen Blick. Alle Veranstaltungen dieses Monats finden Sie in der Monatsübersicht, frühere Veranstaltungen im Archiv.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 09.09. 20 Uhr
Dichterleben

Richard Pietraß im Gespräch mit Monika Rinck

Erkenntnishunger und Schönheitsdurst sind die seelischen Stammzellen der aus Zweibrücken Gebürtigen, die fröhlich die Brücken zum klassischen Gedicht abbricht. Gemahnt der serielle Eingang ihrer gefeierten „Honigprotokolle“ an Schrot- und Gebetsmühlen, versteht sich die Dichterin nicht als Wiederaufarbeiterin, die neuen Denkgleisen die Wortpiste schottert. Lieber ist sie verspielte Imkerin unseres Bienenfleißes im Rapsfeld, aus dem sie Fabulierhonig und Klangschlangen zieht.

Mi. 10.09. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Ekkehard Schall „Ich hab‘s erlebt, was will man mehr“. Letzte Gespräche

HANS-DIETER SCHÜTT im Gespräch mit JOHANNA SCHALL

Ekkehard Schall war nicht nur einer der bedeutendsten Brecht-Darsteller, sondern auch prägendes Mitglied des Berliner Ensembles und Schwiegersohn von Bertolt Brecht. Seine Paraderolle war die des Arturo Ui, in der er über fünfhundert Mal auf der Bühne stand. Insgesamt verkörperte Schall am Berliner Ensemble mehr als 60 Rollen. In seinen letzten Lebensjahren erinnerte sich der Schauspieler in zahlreichen Gesprächen mit Hans-Dieter Schütt an Brecht, an die große Zeit des Berliner Ensembles, sprach über Politik, Geschichte, Kunst und bezog Stellung.

Do. 11.09. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

>ERZÄHLTE ZEIT< Felix Lee „Deng Xiaoping. Macht und Moderne“

ANNETT GRÖSCHNER im Gespräch mit dem Biografen

Nach dem Tod Mao Zedongs 1976 war China eines der ärmsten Länder der Welt. Mit Deng Xiaopings Aufstieg zur Macht ist das Land in nur drei Jahrzehnten zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde aufgestiegen. Ein Demokrat war Deng nie, er gab 1989 den Befehl zur Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Ein Vierteljahrhundert nach dem Tian’anmen-Massaker setzt sich Felix Lee kritisch mit dem Leben und Wirken Deng Xiaopings auseinander und fragt nach seinem Vermächtnis für das heutige China.

Mi. 17.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Svenja Leiber „Das letzte Land“

Moderation: WIEBKE POROMBKA

Ruvens Geschichte hätte die eines Wunderkindes werden können – doch die große Karriere als Geiger bleibt dem Jungen, der Anfang des 20. Jahrhunderts in ärmlichen dörflichen Verhältnissen geboren wurde, schließlich doch verwehrt. Was bleibt von einem Leben, das so hoffnungsvoll begann? In ihrem Roman „Das letzte Land“ lotet Svenja Leiber den Zusammenhang von Moral und Kunst aus: Hätte man Ruven seine Verfehlungen als Mensch verziehen, wenn er ein berühmter Musiker geworden wäre?

Do. 18.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Lukas Bärfuss „Koala“

GABRIELE VON ARNIM im Gespräch mit dem Autor

Mit „Koala“ nähert sich Lukas Bärfuss einem großen gesellschaftlichen, aber auch literarischen Thema: dem Selbstmord. Und damit allen Fragen und Empfindungen, die eine solche Todesart in uns auszulösen vermag. Der Erzähler sieht in die Abgründe des Lebens seines Bruders, die diesen schließlich dazu bewegten, sich umzubringen. Mit seinem neuen Roman begibt sich Bärfuss auf eine sehr persönliche Spurensuche, die immer wieder auf die eine Frage hinausläuft: Welche Gründe gibt es, sich für oder gegen das (Weiter-)Leben zu entscheiden?

Mit freundlicher Unterstützung durch Pro Helvetia

So. 21.09. 11 Uhr
Matinee - Lesung - Buchpremiere

Heiner Müller "Warten auf der Gegenschräge - Gesammelte Gedichte"

Einführung: KRISTIN SCHULZ (Herausgeberin) Es lesen: CORINNA HARFOUCH und HERMANN BEYER

Achtung: AUSSER HAUS!
Ort: Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Kartentelefon: 030–28 40 81 55, Eintritt: 15 €, erm. 7 €

Heiner Müller, berühmt für Theaterstücke und Gespräche sowie Whisky und Zigarren, schrieb ein Leben lang Gedichte. Vom Aufbau- zum Kinderlied der 1950er Jahre, vom Liebes- zum Widmungsgedicht, von Ballade und Sonett zum Lehr- und Prosagedicht, vom Autorkommentar bis zum Antikentext der 1990er Jahre – dieser Band versammelt erstmals Müllers sämtliche zu Lebzeiten und postum veröffentlichte Gedichte, dazu unbekannte Texte aus dem Nachlass, in chronologischer Reihe. Eröffnet wird die Sammlung durch den einzigen zu Lebzeiten erschienenen Lyrikband. Daran schließen alle verstreut veröffentlichten Gedichte aus Anthologien und Zeitschriften an. Hinzu kommen zahlreiche unbekannte und bekannte Gedichte sowie Entwürfe aus dem Nachlass. Erweitert und ausführlich kommentiert, ersetzt „Warten auf der Gegenschräge“ den 1998 erschienenen Gedichtband der Werkausgabe.

In Zusammenarbeit mit dem Berliner Ensemble

Mit freundlicher Unterstützung durch den Suhrkamp Verlag

Di. 23.09. 20 Uhr
Gespräch mit Lesungen

Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast

JÖRG MAGENAU und FRAUKE MEYER-GOSAU im Gespräch mit CHRISTOPH PETERS

Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane und Erzählungen zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Darüber hinaus geben die Gesprächspartner kurze Empfehlungen zu den aufregendsten Büchern aus der laufenden Produktion. Dieses Mal mit dabei ist der Schriftsteller Christoph Peters.

In Zusammenarbeit mit Cicero und Literaturen

Medienpartner: rbb Kulturradio

Mi. 24.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch - Buchpremiere

Reiner Stach „Kafka. Die frühen Jahre“

SIGRID LÖFFLER im Gespräch mit dem Biografen
Lesung von Kafka-Texten und Gespräch:ULRICH MATTHES

Achtung: AUSSER HAUS!
Ort: Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Kartentelefon: 030–28 40 81 55, Eintritt: 15 €, erm. 7 €

Reiner Stachs monumentale Kafka-Biografie gilt längst als ein maßgebliches Werk der literarischen Biografik; Imre Kertész hält sie für „das Beste, was in diesem Genre hervorgebracht werden kann“. Anlässlich der Veröffentlichung des letzten Bandes „Kafka. Die frühen Jahre“ liest Reiner Stach einige Passagen und spricht mit Sigrid Löffler und Ulrich Matthes, der Texte Kafkas liest, über die Voraussetzungen und Ergebnisse seiner Arbeit.

In Zusammenarbeit mit dem Berliner Ensemble

Mit freundlicher Unterstützung durch den S. Fischer Verlag

Do. 25.09. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Erika Paul „Das Landjugendheim Finkenkrug und seine mutigen Frauen“

WOLFGANG BENZ im Gespräch mit der Autorin

Die bewegte Geschichte des Landjugendheims Finkenkrug (1922–1950) in Falkensee ist untrennbar mit den Wirren des 20. Jahrhunderts verbunden. Sie erzählt von dem sozial- und reformpädagogischen Aufbruch der 1920er Jahre und dem Mut dreier Frauen, die sich unermüdlich und entgegen aller Widrigkeiten für das Gemeinwohl und die Würde des Menschen einsetzten: Alice Bendix, Anna von Gierke und Isa Gruner. Während der nationalsozialistischen Diktatur gewährte das Heim verfolgten Menschen Zuflucht und ermöglichte zahlreichen jüdischen Kindern die Ausreise. Anhand von Briefen, Reden und schriftlichen Erinnerungsberichten recherchierte Erika Paul die Geschichte des Landjugendheims.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Di. 30.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch - Buchpremiere

Kathrin Groß-Striffler „Zum Meer“

Moderation: ANGELA DRESCHER

Saskia ist gerade zwanzig, sie lebt wie eine Nomadin und wäre am liebsten in Brasilien am Meer. Aber sie ist eine Nomadin, die ein Kind hat, ein „Milchkaffeebaby“, das sie ebenso liebt wie verwünscht. Kathrin Groß-Striffler erzählt ganz aus Saskias Sicht von dem Teufelskreis aus Überforderung und Lebensgier, aus dem nur eine Entscheidung zu führen scheint: das Kind bei Fremden zurückzulassen.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Aufbau Verlag

Mi. 01.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Fritz Sternberg „Der Dichter und die Ratio – Erinnerungen an Bertolt Brecht“, hg. v. Helga Grebing

ERDMUT WIZISLA im Gespräch mit der Herausgeberin, es liest: MEIKE SCHLÜTER

Der Ökonom und marxistische Theoretiker Fritz Sternberg erinnert sich an seine Freundschaft mit Brecht, die 1927 begann und von einem ebenso leidenschaftlichen wie kritischen Gedankenaustausch geprägt war. Es geht um die Weiterentwicklung marxistischer Theorien, um den Faschismus und um das Epische Theater. Sternbergs 1963 veröffentlichtes und seit langem vergriffenes Buch „Der Dichter und die Ratio“ besticht durch Unabhängigkeit und Klarheit. Helga Grebing hat die Schrift neu herausgegeben und um ein instruktives Nachwort ergänzt, das den Gedankenaustausch anhand unbekannter Dokumente neu beleuchtet.

Do. 02.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Wilhelm Genazino „Bei Regen im Saal“

Moderation: MAIKE ALBATH

Das Abseits als sicherer Ort. So empfindet es Genazinos Protagonist, ein promovierter Philosoph und Provinzblattredakteur, der auch gelegentlich als Barkeeper arbeitet. Er beobachtet Tiere und wundert sich über Menschen, die sich nicht mehr wundern. Als das Verhältnis zu seiner Freundin kriselt, sie einen anderen heiratet, versucht er sich in Normalität zu üben. Ironisch und mit erhellendem Witz erzählt Genazino von den Verwirrungen der Gefühle und zeigt, dass „Normalität“ keine Lösung ist.

Di. 07.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

> WIEDERFINDEN – WIEDERLESEN < „Geländewagen 1 Berlin. Heiner Müller“

Mit HERMANN BEYER, FRITZ MIERAU, WOLFGANG STORCH und B. K. TRAGELEHN

Erinnert wird an ein zu Unrecht vergessenes Buch: 1979, mitten im Kalten Krieg, Deutschland auf beiden Seiten, Berlin geteilt, erschien im Westteil, Insel in der DDR, dieses Buch, herausgegeben von Wolfgang Storch: „Geländewagen 1 Berlin. Heiner Müller zu seinem 50. Geburtstag“. Es überstieg die Grenzanlagen und sprach in Bildern und Texten aus beiden Teilen über beide Teile.

Di. 14.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Wolfgang Hegewald „Herz in Sicht“

ERDMUT WIZISLA im Gespräch mit dem Autor

Hegewald erzählt Geschichten in der Geschichte, wobei jede für sich stehen könnte. In der kardiochirurgischen Abteilung eines Krankenhauses treffen vier Männer aufeinander und verbringen einen Abend und eine Nacht in einem Zimmer, bevor sie am Herzen operiert werden. Alle vier blicken auf ereignisreiche Leben zurück, die sich in diesem Augenblick kurz berühren. Der Autor verwebt ihre Geschichten zu einem eindrucksvollen Roman.

Mi. 15.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Burkhard Spinnen „Zacharias Katz“

Moderation: WIEBKE POROMBKA

Zacharias Katz ist Journalist ohne Leidenschaft und Textdichter ohne poetische Ader – und er ist auf der Flucht, vielleicht am meisten vor sich selbst. Im Sommer 1914 verschlägt es ihn auf die „Präsident“, ein Passagierschiff, das in der Karibik Reisende für die großen Ozeandampfer aufsammelt. Als der Erste Weltkrieg aufflammt, wird die „Präsident“ erst zum Flüchtlingsschiff, dann zum Hilfskreuzer. Und Zacharias wird zum Sammler von Geschichten einer sich auflösenden Gesellschaft.

Do. 16.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Jaroslav Rudiš „Vom Ende des Punks in Helsinki“

JAN FAKTOR im Gespräch mit dem Autor

Früher war Ole Punk, erfolgreich mit seiner Band und ein Frauenheld. Heute betreibt er eine Bar in einer ostdeutschen Großstadt. Als die Bar geschlossen wird, bricht Ole auf zu einer Reise nach Tschechien. Es wird eine Zeitreise an den dunkelsten Punkt seiner Vergangenheit: 1987 versuchte er als 17-Jähriger mit seiner 16-jährigen Freundin Nancy über die grüne Grenze in den Westen zu fliehen. Nancy kam dabei ums Leben …

Fr. 17.10. 20 Uhr
Vortrag mit Publikumsdiskussion

>BRECHT-HAUS-LECTURES< Die Auslöschung. Politik des Todes in Brechts Lehrstücken

Mit EVA HORN, Moderation: GÜNTHER HEEG

Eine zentrale Frage des Politischen in der Moderne ist die nach der Notwendigkeit und dem Recht, für politische Ziele zu töten. In Brechts Lehrstücken geht es immer wieder neu ums Töten oder Sterben-Lassen als ultimative politische Geste. Oft ist behauptet worden, dass Brecht die Notwendigkeit des Tötens in den dreißiger Jahren befürwortete. These des Vortrags ist, Brechts Ästhetik der Verschärfung als radikales Ausloten einer Crux zu verstehen, die im Zentrum radikaler Politik der Moderne gestanden hat. Die Frage ist: Lässt sich diese Auffassung des Politischen noch an heutige Debatten und Probleme anschließen? Oder ist Brecht der Vertreter einer „heroischen Moderne“, die wir heute restlos hinter uns gelassen haben?

In Zusammenarbeit mit der International Brecht Society und dem Bertolt-Brecht-Archiv

Di. 21.10. 20 Uhr
CD-Release-Konzert - Gastveranstaltung

Die neuen Zeitalter. Ein Bertolt-Brecht-Abend mit Gitarre

Mit ALIX DUDEL (Gesang & Wort) und SEBASTIAN ALBERT (Gitarre)

Alix Dudel (Diseuse, Berlin) und Sebastian Albert (klassische Gitarre, Hamburg) haben aus dem reichen Œuvre Bertolt Brechts Lieder, Lyrik und Worte gewählt, die einen sehr eigenen Blick auf das Schaffen des Meisters werfen. Die Aktualität seiner Worte und die Schönheit seiner Sprache wollen immer wieder neu gelebt werden. Die Kompositionen sind von Hanns Eisler, Paul Dessau oder Kurt Weill. Sebastian Albert hat die Lieder für Gitarre eingerichtet.

Eintritt 10 €, keine Erm.

Eine Gastveranstaltung von duo-phon records, Berlin

Mi. 22.10. 20 Uhr
Lesungen und Gespräch

Gehen und doch bleiben – Autoren schreiben über Autoren

Mit MARKO MARTIN, TERESA RUIZ ROSAS und HANS DIETER ZIMMERMANN

Einführung: GABRIELLE ALIOTH (Mitherausgeberin)

Zu seinem 80-jährigen Bestehen präsentiert das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland (vormals der Deutsche PEN-Club im Exil) eine Anthologie, in der die Mitglieder von heute einen Blick auf jene von damals werfen, schildern, wie deren Leben und Werk sie berührt oder geprägt hat und was die Vergangenheit für ihre Gegenwart als Schreibende bedeutet.

In Zusammenarbeit mit dem PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

Do. 23.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Jens Wonneberger „Goetheallee“

GABRIELE VON ARNIM im Gespräch mit dem Autor

Wonnebergers Protagonist ist Schriftsteller in der Mitte seines Lebens und steckt in einer heftigen Schreib- und Ehekrise. Allerdings erzählt er auf sehr virtuose Weise von seinem Lebenselend. Da ist die sein Werk ignorierende Buchhändlerin, der Hausmeister, der womöglich seiner Frau näher steht als ihm lieb ist, und die Nachbarin mit dem Nazigroßvater. Mit satirischer und zugleich zärtlicher Genauigkeit entwirft der Autor ein Anti-Idyll der Krise.

Mo. 27.10. 20 Uhr
Diskussion und Präsentation

>MÜLLERMONTAG< „Lateness“ bei Heiner Müller

KAREN LEEDER und SUSAN GILLESPIE im Gespräch

Was zeichnet Müllers späte Texte aus? Welche Widerstände stellen sie dem Übersetzer entgegen, und welche sprachlichen Möglichkeiten eröffnen sie? Lässt sich der Begriff „Spätwerk“ für die Übersetzung fruchtbar machen? Anhand ausgewählter Texte diskutieren die Übersetzerinnen Karen Leeder und Susan Gillespie und erschließen durch die Konfrontation mit der englischen Sprache neue Zugänge zu Müllers Lyrik und Prosa. Karen Leeder ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Oxford und Übersetzerin deutscher Lyriker, u.a. von Volker Braun und Durs Grünbein. Susan Gillespie ist Gründerin und Direktorin des IILE am Bard College, New York. Zuletzt erschien ihre Übersetzung von Gedichten Paul Celans.

Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner-Müller-Gesellschaft, unterstützt vom Literaturforum im Brecht-Haus

Medienpartner: Neues Deutschland

Di. 28.10. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

„Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben“

WOLFGANG BENZ im Gespräch mit MARIANNE BIRTHLER

Marianne Birthler, aufgewachsen in Ostdeutschland, setzte sich schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung unter den Bedingungen der DDR ein. Dafür nutzte sie die in der Kirche vorhandenen Freiräume. Ihre Haltung führte sie Mitte der achtziger Jahre in die Opposition gegen den SED-Staat und schließlich in das Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Als erste Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg, erste Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und als vom Parlament gewählte Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen wurde ihr große Unabhängigkeit zugesprochen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Do. 30.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Michael Kleeberg „Vaterjahre“

Erhard Schütz im Gespräch mit dem Autor

Nach dem großen Erfolg seines Romans „Das amerikanische Hospital“ (2010) knüpft Michael Kleeberg mit „Vaterjahre“ nun an seinen Roman „Karlmann“ (2007) an. In exemplarischen Stationen zwischen Familie und Arbeitswelt geht es um Alltagsbewältigung und Lebenserfahrung, um existentielle Krisen und innerweltliche Tröstungen. Michael Kleeberg erzählt in vollendeter Sprachbeherrschung, virtuos und zugleich tief human, ein Leben zwischen Komischem und Tragischem, Banalem und Erhabenem, Törichtem und Weisem, Menschen und Dingen. Er entfaltet dabei zugleich ein dichtes zeitgeschichtliches Gewebe der deutsch-deutschen Jahre zwischen 1993 und 2001 und ihrer historischen Tiefendimension.

In Zusammenarbeit mit Das Magazin

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

14.07.-30.09.2014
Ausstellung

Ruth Tesmar und Iwona Mickiewicz "Meine Reise nach Theben. Hommage an Else Lasker- Schüler" (Holzdrucke, Fotos, Texte)

„Theben“, als Name einer mythischen Stadt, war eines der Leitmotive von Else Lasker- Schüler. Das Projekt versteht sich als eine Hommage an die Dichterin, die ihren Ort in der Sprache und in Sprachbildern suchte und fand. Eine imaginäre Reise mit Else Lasker-Schüler quer durch Theben wird mittels farbiger Bilder, einem Kunstbuchobjekt „Ein Lied der Liebe“ von Ruth Tesmar sowie Film Stills und Texten von Iwona Mickiewicz nachvollzogen und mit dreidimensionalem Leben erfüllt. Mit diesem Projekt werden Brücken und Reflexionen zwischen Bild und Text sowohl hergestellt als auch ausgestellt. Diese Arbeit dient der Erweiterung und Erforschung eines Dialogs zwischen dem Alltäglichen und dem Gedächtnis. Sie repräsentiert experimentelle Formen der Darstellung: Bilder, unikate, farbige Holzdrucke auf Seidenkokon und skripturale Schreibbahnen von Ruth Tesmar sowie Texte und Standfotos aus Videofilmpassagen von Iwona Mickiewicz.

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