Aktuelles Veranstaltungsprogramm

Unsere nächsten Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) auf einen Blick. Alle Veranstaltungen dieses Monats finden Sie in der Monatsübersicht, frühere Veranstaltungen im Archiv.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Fr. 30.07. 20 Uhr
Film und Gespräch

Wolfgang-Koeppen-Woche

Das Treibhaus. Nach dem Roman von Wolfgang Koeppen. Ein Film von Peter Goedel
Mit Peter Goedel
Moderation Hans-Ulrich Treichel

AUSSER HAUS
Ort: Babylon, Großer Saal
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

Den „Glücksfall einer Literaturverfilmung“ nannte der Tagesspiegel Peter Goedels Verfilmung von Wolfgang Koeppens Roman Das Treibhaus mit Christian Doerner, Rüdiger Vogler, Hanns Zischler u.a. als Darsteller. Die Filmvorführung im Kino Babylon findet in Anwesenheit des Regisseurs statt.
In Zusammenarbeit mit dem Kino Babylon

So. 01.08. - Di. 31.8.
August 2010

Im August finden keine Veranstaltungen statt.

Mi. 01.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Anke Stelling „Horchen“

Moderation Wiebke Porombka
Gesprächspartner: Dirk Kroegel

Dass Glück und persönliche Freiheit zusammenhängen, ist eine Art Zauberformel der modernen Gesellschaft. Die dreißigjährige Katja, die eine Kinderladenkindheit, eine Wohnung mit Holzdielen und einen zugewandten Freund hat, müsste demzufolge glücklich sein. Und trotzdem verlässt sie eines Tages ihr altes Leben und verfällt Gernot, dem Anhänger einer fundamentalchristlichen Sekte. Anke Stelling geht in ihrem Roman der Frage nach, warum Fügung statt Freiheit, Gefolgschaft statt Sinnsuche in unserer Zeit eine derartige Faszinationskraft entfalten können. Der Abend wird begleitet durch Dirk Kroegel, Religions- und Sektenexperte des Berliner Senats.

In Zusammenarbeit mit DAS MAGAZIN

Do. 02.09. 20 Uhr
Dichterleben

Richard Pietraß im Gespräch mit Klaus Reichert

Als Anglist und Übersetzer ein Meister deutender Rede, versteht sich der 1938 in Fulda Geborene auch in seiner eigenen Poesie auf die Kunst der Andeutung. Der langjährige Professor und amtierende Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung kommt auf leisen Versfüßen einher. Sein in zwei Sprachen geschultes Gespür bewahrt ihn vor forscher Dichteramtsanmaßung, lässt ihn auf Kehl- und Fehllaute, Prall- und Gleitsilben und verschwundene Wörter achten, die, wie Windstöße in drückender Hitze oder Inseln im Sprachstrom wieder auftauchen.

Mi. 08.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Schöne Morde, dreiste Ermittler. Ästhetik und Menschenbild des Kriminalromans, Teil 3: Der Mörder: Reiz und Natur des Bösen

Mit Andrea Maria Schenkel und Eckart Voland (Soziobiologe)

Moderation Thomas Wörtche

Seit es Menschen gibt, morden sie. Zertrümmerte Schädel, durchbohrte Herzen und gewürgte Hälse gehören zu ihrer Geschichte. Doch das blutige Treiben bleibt rätselhaft: Warum nur wieder und wieder ein Mord? Dieser alten Frage spüren Andrea Maria Schenkel und Eckart Voland je eigen nach: Die Autorin von Tannöd, Kalteis und Bunker (aus dem sie auch Passagen lesen wird) rollt wahre Fälle auf und seziert erzählerisch Opfer- und Verbrechernaturen, der Soziobiologe denkt in Jahrtausenden und begreift soziales Verhalten aus der Evolution. Woher also rühren Sinn und Reiz des Bösen?

Di. 14.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Alain Claude Sulzer „Zur falschen Zeit“

Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor

Mit großer Dezenz und dennoch mit der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer in seinem Roman Zur falschen Zeit die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und an den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert. Sigrid Löffler und Alain Claude Sulzer diskutieren über die Möglichkeiten der Literatur, anhand weniger Figuren das Panorama einer ganzen Gesellschaft zu entfalten.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia

Mi. 15.09. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Martin Sabrow (Hg.) „Erinnerungsorte der DDR“

Étienne François im Gespräch mit dem Herausgeber

Die DDR gibt es nicht mehr: Im Gedächtnis der Ostdeutschen wie der Westdeutschen lebt sie aber weiter. Fünfzig Publizisten und Zeithistoriker aus Ost und West analysieren in dem von Martin Sabrow herausgegebenen Buch die wichtigsten Bezugspunkte der Erinnerung an ein untergegangenes Land: Vom Trabi bis zur Transitautobahn, von der Stasi bis zum Sandmännchen, vom Intershop bis zur Bückware, von der Jugendweihe bis zu den Montagsdemonstrationen.

Do. 16.09. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Wilhelm von Sternburg „Gotthold Ephraim Lessing“

Moderation Harro Zimmermann

„Angesichts der wachsenden gesellschaftlichen Intoleranz, dem „Kampf der Kulturen“ und Religionen und dem offenbar unbesiegbaren Rassismus ist die Stimme der Vernunft und Toleranz notwendiger denn je“, so Wilhelm von Sternburg. Nach Biografien über Feuchtwanger, Roth u.a. widmet er sich dem führenden Kopf der deutschen Aufklärung: Lessing. Die ästhetischen und philosophischen Schriften des Dramatikers haben Maßstäbe in der Weltliteratur gesetzt und seine Ideale von Humanismus und Wahrheitssuche sind heute so aktuell und gültig wie zu seinen Lebzeiten.
In Zusammenarbeit mit Radio Bremen

Mo. 20.09. 20 Uhr
Berliner Montagsdiskurs

Theater – Chanson – Politisches Lied

Paul Werner Wagner im Gespräch mit Gisela May

Die Schauspielerin Gisela May war ab 1951 Mitglied am Deutschen Theater und von 1962 an dreißig Jahre lang am Berliner Ensemble. 1957 erkannte Hanns Eisler ihr besonderes Talent für das Chanson. Gisela May gastierte neben ihrer intensiven Bühnen-, Film- und Fernseharbeit als gefeierte Sängerin in vielen Ländern Europas, in den USA und Australien. Gisela May versteht es immer wieder, das Publikum mit der Ausdruckskraft und Virtuosität ihrer Stimme zu gewinnen.

Di. 21.09. 20 Uhr
Buchpremiere und Gespräch

Jörg Aufenanger „Vierzig Tage im Leben des Heinrich von Kleist“

Moderation Jens Bisky

Anfang 1803 war Kleist für mehrere Wochen Gast bei Christoph Martin Wieland, einem der einflussreichsten Dichter in der damaligen deutschen Literaturszene. Wieland hatte Gefallen an dem „jungen Mann von seltenem Genie“ gefunden und bestärkte ihn in seinem radikal neuen dramatischen Stil. Machtlos muss er jedoch mit ansehen, wie Kleist immer wieder das eben Geschriebene vernichtet. Als dann noch Luise, die mehr als zehn Jahre jüngere Tochter Wielands, ins Spiel kommt, steigert sich Kleists Schaffenskrise zu einer Lebenskrise: Kleist flieht, ohne Abschied zu nehmen…

In Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum und dem Transit Verlag

Mi. 22.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Marie NDiaye „Drei starke Frauen“

Moderation und Übersetzung Vincent von Wroblewsky

Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen: Die Autorin erzählt von den komplexen Beziehungen zwischen der ehemaligen Kolonie Senegal und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, von Entwurzelung, Migrantentum und der Suche nach Identität. Auf besondere Weise kombiniert NDiaye ihre realistischen Erzählungen mit Elementen des Fantastischen und Surrealen. Oft spielen magische Tiere eine Rolle oder Dämonen, die ihr albtraumhaftes Unwesen treiben.

Do. 23.09. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Paul Schaffer „Als ich in Auschwitz war. Bericht eines Überlebenden“

Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor und Ingrid Schupetta

Paul Schaffer wächst als Kind einer jüdischen Familie in Wien auf. Im Jahre 1938 flieht die Familie nach Belgien und später nach Südfrankreich, wo sie von der Vichy-Regierung ausgeliefert wird. Nach Aufenthalt in Internierungslagern wird die Familie nach Auschwitz deportiert. Die Frauen werden sofort ermordet, später auch der Vater. Paul Schaffer überlebt als Zwangsarbeiter bei der Firma Siemens-Schuckert. Zurück in Frankreich baut er sich ein neues Leben auf. Ingrid Schupetta, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, hat seine Erinnerungen ins Deutsche übertragen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Mo. 27.09. 20 Uhr
Podiumdiskussion

Theater zwischen den Zeiten – Spielzeiteröffnung an den Berliner Bühnen

Hartmut Krug im Gespräch mit Christine Wahl, Dirk Pilz und Esther Slevogt

Was brachte die letzte Theatersaison? Was verspricht die neue Spielzeit in Berlin? Anhand ausgewählter Inszenierungen und kurzen Filmeinspielungen ziehen die Theaterkritiker Christine Wahl (Tagesspiegel), Dirk Pilz (Berliner Zeitung), Esther Slevogt (nachtkritik.de) und Hartmut Krug (Deutschlandradio Kultur) eine erste Bilanz zum Spielzeitwechsel in Berlin. Wie haben sich die einzelnen Bühnen thematisch, ästhetisch und dramaturgisch profiliert? Bedeutet die neue Spielzeit einen Einschnitt?

Di. 28.09. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Robert Winter „Täter im Geheimen“

Moderation Annette Leo

Der Grenzinspekteur der Geheimen Feldpolizei Wilhelm Krichbaum ist als Schreibtischtäter für unzählige NS-Verbrechen verantwortlich. Nach 1945 wurde er in einem Spruchkammerverfahren als „entlastet“ eingestuft und startete eine zweite Karriere. Für die Organisation Gehlen, den Vorläufer des heutigen BND, rekrutierte der Abwehrspezialist und Gestapo-Mann alte Kameraden aus der Feldpolizei-Zeit. Robert Winter hat die Geschichte des Wilhelm Krichbaum rekonstruiert. Er liefert ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie NS-Täter als Spezialisten im Kampf gegen den Kommunismus die Bundesrepublik der fünfziger Jahre mitprägten.

Mi. 29.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Josef H. Reichholf „Warum die Menschen sesshaft wurden. Das größte Rätsel unserer Geschichte“

Andrea Seibel im Gespräch mit dem Autor

Warum die Menschen sesshaft wurden? Ganz einfach: sie hatten sich zu viel Kram angeschafft, vor allem sperrige und zerbrechliche Tontöpfe, die sich nicht gut fürs Unterwegssein eigneten. Das erste kultivierte Getreide war die zum Bierbrauen verwendete Gerste. Die Tontöpfe, in denen das Getreide und das Bier aufbewahrt wurden, behinderten die Mobilität entschieden und so war das Bier ein Grund zum Sesshaftwerden. Das und mehr beschreibt Reichholf in seinem Buch.

Do. 30.09. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Urs Faes „Paarbildung“

Moderation Andreas Isenschmid

In Urs Faes‘ Roman geht es um die Auseinandersetzung zweier Menschen mit sich und der eigenen Vergangenheit. Der Gesprächstherapeut erkennt in seiner krebskranken Patientin eine frühere Geliebte. Und nun beginnt gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Krankheit für beide eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit den Gründen des Scheiterns ihrer Liebe.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia

Di. 05.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Albrecht Dümling (Hg.) „Hanns Eisler“

Gerhard Müller im Gespräch mit Rainer Riehn und dem Herausgeber

Zum 100. Geburtstag ihres Namenspatrons lud die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft 1998 zu einer Konferenz ein, um zu überprüfen, wieweit der Schöpfer der DDR-Hymne auch nach dem Ende dieses Staates noch interessieren kann. Das vorliegende Buch, entstanden in Zusammenarbeit mit den Musiktheoretikern Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, ergänzt die damaligen Referate und Debatten u. a. durch Theodor W. Adornos Notizen zu Eisler und eine Dokumentation des gemeinsamen Briefwechsels.

Mo. 11.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Bernd Roeck „Ketzer, Künstler und Dämonen: Die Welten des Goldschmieds David Altenstetter“

Werner Röcke im Gespräch mit dem Autor

Bernd Roeck ist ein Historiker, der kenntnisreich, verständlich und auf der Höhe seiner Wissenschaft spannend zu erzählen weiß. Vom Augsburger Goldschmied David Altenstetter, der als vermeintlicher Ketzer Ende des 16. Jahrhunderts verhört wurde. Dem Autor gelingt es anhand der überlieferten Protokolle, den Goldschmied, sein Leben und Arbeiten, dem Leser plastisch vor Augen zu stellen. So ist ein überaus anschauliches Porträt der Zeit um 1600 entstanden.

Di. 12.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Wolfgang Schlüter „Gruß, Greenaway!“

Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor

Schon in seinem 2007 erschienenen Roman Anmut und Gnade hat Wolfgang Schlüter eine besondere Sprachmacht und Lust am Detail gezeigt. Mit seinem jüngsten Werk bestätigt der Autor seinen erzählerischen Übermut. Gruß, Greenaway! ist eine Geschichte, die gleichzeitig Kriminal-, Liebes- wie auch Freundschafts- und Künstlerroman ist, wo Flämische Genremalerei, Peter Greenaways Filme, Ornithologie und Szenen aus dem Literaturbetrieb schwindelerregend verwoben werden.

In Zusammenarbeit mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin

So. 17.10. 20 Uhr
Matinee über Vögel

„Vögel sind gewissermaßen das bessere Ich der Dinosaurier“ (Jonathan Franzen in „Mein Vogelproblem“)

Mit Jonathan Franzen
Außer Haus:
Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43
10115 Berlin
Reservierung unter: evolution@mfn-berlin.de

Der Eintritt geht auf Wunsch von Jonathan Franzen an das Ökowerk Berlin. Möchten Sie im Anschluss an die Veranstaltung auch die Ausstellungen des Museums für Naturkunde besuchen, muss der reguläre Museumseintritt gezahlt werden.

Der Autor Jonathan Franzen über Vögel, Hobbyornithologen und die Lebenslektionen, die man beim Beobachten von Vögeln lernt. Wo immer er hinreist; lange vorher informiert er sich über die besten Beobachtungsorte. Er sammelt Beobachtungen und immer neue Arten. So hat ihn seine Leidenschaft fürs „bird watching“ auch schon an die Teiche der Brandenburger Parks und ins Berliner Umland geführt.

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde und dem Saarländischen Rundfunk

Di. 19.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

„Verlass dich, dass ich dir nicht fehle“ - Briefwechsel zwischen Herz und Ruhm, Teil 3: Bettina von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen

Dagmar Just im Gespräch mit dem Herausgeber Wolfgang Bunzel
Es liest Angelika Waller

Bettina Brentano, spätere von Arnim, ging in die Literaturgeschichte ein als Schriftstellerin, politisch engagierte Intellektuelle, Herrin auf Gut Wiepersdorf und hoch begabte Briefschreiberin. Sie korrespondierte mit Karoline von Günderrode und König Friedrich Wilhelm IV. Nicht zuletzt aber richtete sie Briefe an ihre vier Söhne. Wolfgang Bunzel berichtet über das ehrgeizige Langzeitprojekt der Brief-Edition.

Mi. 20.10. 20 Uhr
Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau - Gespräch

„die anmaßung der welt vergessen und uns ihr zu wenden“ (R. M. Schernikau)

Volker Gransow im Gespräch mit Georg Fülberth, Hermann L. Gremliza, Dietrich Mühlberg und Helmut Peitsch

„Was Schernikau so reizvoll macht, ist die innige Verknüpfung von Erkenntnis und Genuß“, schreibt Manfred Mugrauer über den 1991 früh verstorbenen Dichter, der als kaum Zwanzigjähriger mit Kleinstadtnovelle die literarische Bühne betreten hatte. Schon diesen Text, nur vordergründig die Geschichte eines Coming-outs, prägen strenges Formbewusstsein und eine Sinnlichkeit und Avantgarde des Denkens, die jeden Satz ins Zeitlos-Gültige heben. Was eigentlich meint Emanzipation? Und wie, konkret, für Zeiten wie unsere und danach, arbeitet Schernikau ihr zu? Wollen wir ihn wirklich lesen?

In Zusammenarbeit mit Verbrecher Verlag, Konkret Literatur Verlag, Rotbuch Verlag und schernikau.net

Do. 21.10. 20 Uhr
Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau - Gespräch

„legende“ – Montageroman von Ronald M. Schernikau

Es lesen Simone von Zglinicki und Robert Stadlober
Einführung Thomas Keck

Past revisited: vier Halbgötter unter Schokoladenfabrikanten mit Selbstabschaffungsdrang, vier angehende Allmächtige unter Schlagersängerinnen, bunten Tunten, Parteiwohngebietsgruppenvorstandsmitgliedern, Fahrradverkäufern mit Karrierewunsch, schreienden Hausmeisterinnen, berufsverbotenen Lehrern, dem Neffen von Ulla und dem schönsten Mann der Welt. Und dann ist da auch noch Herr Lange, Vertreter der Zukunft, der mit der Vergangenheit in Handelsbeziehung tritt, vielmehr: getreten wird.
Der Roman, formal an die Bibel angelehnt, ist eine alle Grenzen sprengende Montage, der fulminante Abschied eines Künstlers, dessen Ziel war: „etwas loben können“.

In Zusammenarbeit mit Verbrecher Verlag, Konkret Literatur Verlag, Rotbuch Verlag und schernikau.net

Di. 26.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Insa Wilke „Ist das ein Leben: Der Dichter Thomas Brasch“

Moderation Hannah Markus

Insa Wilke beleuchtet in diesem ersten biografischen Essay über Thomas Brasch die Schnittstelle von Leben und Arbeiten und ermöglicht so einen neuen Blick auf die Bedeutung seines Werkes für unsere Zeit. Auf Grundlage umfangreicher Nachlassmaterialien zeichnet sie einen bisher unbeachteten Schreib- und Denkversuch nach, der von der historischen Zäsur 1989 auf das 21. Jahrhundert ausstrahlt. Wilkes Untersuchung zeigt, dass Brasch im Spiegel von Dichterfiguren wie Brecht und Babel, Johnson und Musil, Heym und Wolf die Grenzen zwischen Leben und Arbeiten, Ästhetik, Politik und Biografie aufhebt und so die Leser in ein wildes Denken zieht.

Mi. 27.10. 20 Uhr
Gespräch und Lesung

Invalidenhaus und Charité – Zur Geschichte von Medizin und Wissenschaft in Berlin

Ernst Peter Fischer „Die Charité. Ein Krankenhaus in Berlin, 1710 bis heute.“
Laurenz Demps „Das Berliner Invalidenhaus und die Entwicklung seines einstigen Geländes“

Gegründet als Quarantänehaus und Lazarett, hat sich die Charité, die dieses Jahr ihr 300jähriges Jubiläum feiert, vom einstigen Armenkrankenhaus zu einer der renommiertesten Universitätskliniken der Welt entwickelt. Ebenfalls bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück reicht die Gründung des benachbarten und mit der Geschichte der Charité eng verknüpften Invalidenhauses, in dem kriegsbeschädigte Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften Aufnahme fanden. Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer und der Stadthistoriker Laurenz Demps rekapitulieren 300 Jahre Berliner Medizin- und Wissenschaftsgeschichte in Zeiten des Aufbruchs und der Krise.

Do. 28.10. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Roswitha Quadflieg „Der Glückliche - Roman zu zehn Stimmen“

Wolfgang Benz im Gespräch mit der Autorin

Der Roman „Der Glückliche“ beruht auf der von Roswitha Quadflieg recherchierten Biografie des Dr. L. W., der von 1921 bis 1933 Stadtarzt in Speyer war und 1938 wegen Beleidigung Hitlers verhaftet wurde. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens verbrachte er fortan 21 Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Drei Tage nach seiner Entlassung stürzte er auf einer Bergwanderung in den Tod. Der Roman setzt nochmals 25 Jahre später an: sieben Familienmitglieder, ein Mitinsasse, ein Arzt und ein Rechtsanwalt tragen ihre jeweils eigene Sicht auf das Leben des Dr. L. W. vor. Alle beharren darauf, die Wahrheit zu kennen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

01.07.-31.08.2010
Ausstellung

Volker Sieben: "Melancolia (Marry me)", 2010 - Öl, Pencil, Kreide auf Leinwand

Copyright (c) 2008 Gesellschaft für Sinn und Form e.V.. Anschrift: Gesellschaft für Sinn und Form e.V., Chausseestraße 125, D-10115 Berlin-Mitte. Telefon: 030. 28 22 003, Fax: 030. 28 23 417, e-mail: info (at) lfbrecht.de.