Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im November 2009.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Moderation Ursula März
Delius hat einen Roman über den Vater des Computers, Konrad Zuse, geschrieben. Zuse liebte seine Arbeit und eine Frau. Der Autor lüftet ihr Geheimnis und erinnert in lebendigen Farben an das Leben der Erfinderlegende im Berlin-Kreuzberg der Dreißigerjahre. Sehr plastisch wird uns der kauzige Tüftler mit all seinem “Eigensinn, Charme und Attitüden” vor Augen geführt, indem Zuse selbst in einem fiktiven Interview sein Leben erzählt – von seiner Entwicklung des Z3, von dem Widerstand und der Ignoranz, auf die er stieß. Noch 1967 entschied ein Gericht, dass Zuse nichts “Patentwürdiges” erfunden habe.
Helmut Böttiger im Gespräch mit dem Autor
Die zentralen Daten der jüngeren deutschen Geschichte: An welchen Scheidepunkten machen wir sie fest? 1945, 1949, 1953, 1961, 1989 – jede dieser Jahreszahlen steht für bedeutende Entscheidungspunkte der deutschen Geschichte, verweisen sie doch auf Zeitzonen der letzten 64 Jahre, in denen Geschichte sich dramatisch verdichtete. Aus Möglichkeiten konnten Wirklichkeiten werden. Dieckmann richtet seinen Blick genau auf diese Momente, und er fördert oft Überraschendes zutage.
In Zusammenarbeit mit dem Wallstein-Verlag
Es liest Michael Pan
Musikalische Begleitung Søren Gundermann und Michael Waterstradt
Nur 40 Jahre war er alt, der „Fürst des Grauens“, als er, geschwächt durch Krankheit und Exzess, unter mysteriösen Umständen starb. Doch eben diese schwarzhumorige Dunkelheit, die Poe Zeit seines Lebens umgab, machte ihn zum unnachahmlichen Mitbegründer eines phantastischen, düsteren Symbolismus. Anlässlich des 200jährigen Poe-Geburtstages liest Michael Pan Kurztexte aus dem Gesamtwerk.
Eine Veranstaltung von Studierenden des Masterstudienganges „Angewandte Literaturwissenschaft“ an der FU Berlin
Berliner Aufführung
Anlässlich des 40. Todestages von Uwe Greßmann
Sieben Episoden für fünfstimmigen gemischten Chor, Viola, Cornet und Vibrafon
auf Texte von Uwe Greßmann
Komposition Klaus Christian Kaufmann
Ensemble VESPREE (Gesang), Reinhard Lippert (Viola), Andreas Nordheim (Cornet), Kace Kaufmann (Vibrafon)
AUSSER HAUS
Kultur- und Bildungszentrum „Sebastian Haffner“, Prenzlauer Allee 227, 10405 Berlin
Seit die Gedichte Uwe Greßmanns in den achtziger Jahren bekannt wurden, haben sie den tiefen Eindruck einer seltsam prosaischen Musik hinterlassen. Greßmanns unablässig durchscheinendes Harmoniebedürfnis steht vor dem Hintergrund eines Waisenlebens und einer lebenslangen Krankheitsgeschichte, der in eigenartigen Farben sichtbar wird: das Grauen verzweifelter Einsamkeit löst sich in trostreicher Phantasie so schnell auf, wie es umgekehrt plötzlich aus scheinbar harmlosem Wortspiel wieder kristallisiert erscheint.
Eine Ausstellung zu Leben und Werk Uwe Greßmanns ist ab 18 Uhr geöffnet.
Förderer: Literaturforum im Brecht-Haus, Kulturstiftung des Freistaates Thüringen
Partner: Akademie der Künste Berlin – Greßmann-Archiv, Literarische Gesellschaft Thüringens e.V. Weimar; ALTER GASOMETER ZWICKAU e.V.
AUSSER HAUS
Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Kartenvorverkauf im Berliner Ensemble, Eintritt 3 €, Kartentelefon 030.28.408.155, Informationen unter 030.28.22.003 oder info@lfbrecht.de
Jan Böttcher, Jan Groh, Ralph Hammerthaler, Petra Kasch, Luo Lingyuan, Michael Maar, Katja Oskamp, Bruno Preisendörfer, Alexej Schipenko, Gisela von Wysocki,
Jan Wagner, Thomas Weiss
Gesprächspartner Ulrike Baureithel und Dieter Stolz
Musik Max Doehlemann (p) und Matthias Harig (trump)
Lesung und Diskussion mit den Stipendiaten des Berliner Arbeitsstipendiums für Autorinnen und Autoren der Senatskanzlei Berlin – Kultur
Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturforum im Brecht-Haus und Berliner Ensemble Mit freundlicher Unterstützung der Kulturverwaltung des Berliner Senats
Thomas Flierl im Gespräch mit dem Autor
West-Berlin war ein merkwürdiger Ort, eine Art “drittes Deutschland” zwischen BRD und DDR. Unter den besonderen Lebensbedingungen dieser “Insel” entstand ein eigenes kulturelles Klima, das auf das gesamte Bundesgebiet ausstrahlte. Als die Mauer fiel, waren nicht nur die Tage der DDR gezählt. Auch die Zeit West-Berlin ging zu Ende.
Moderation Albrecht von Lucke
Engler untersucht den Wandel bürgerlicher Lebenskultur und der Preisgabe bürgerlicher Tugenden seit der Aufklärung. Das Fazit seiner Analyse: Aufrichtigkeit ist ein Gebot der praktischen Vernunft. Aufrichtigkeit hatte dem Bürgertum einst in einer feindlichen Umwelt zu einer Vertrauensbasis verholfen. Engler zeigt in seiner kulturwissenschaftlichen Studie, wie dieses Erbe entsorgt wurde, Treu und Glauben ihre Relevanz verloren.
Moderation Michael Opitz
Der Flick von Lauchhammer, dieser nach Arbeit suchende Werktätige, steht im Mittelpunkt von Volker Brauns Roman “Machwerk” (2008). Misslungenes wird umgangssprachlich als ein Machwerk bezeichnet und tatsächlich wird in der Geschichte von Dingen berichtet, die im Argen liegen. Die Prosaminiaturen, die Volker Braun nun unter dem Titel “Flickwerk” vorliegt, stehen in der Folge dieses Romans und in der Tradition von Brechts Keunergeschichten. Flickwerk ist eine Notlösung. Etwas Provisorisches muss so lange halten, bis es ausgetauscht werden kann oder zu Bruch gegangen ist. In Flickwerk macht sich ein Unzufriedener seinen Reim auf die Gegenwart, wobei er gern unter die Narrenkappe schlüpft.
Freunde und Weggefährten gratulieren.
Zu Gast Elfriede Brüning
Im Gespräch Renate Drenko, Hans-Wolfgang Lesch und Wolfgang Herzberg
Moderation Sabine Kebir
Elfriede Brüning ist die älteste aktive Autorin Deutschlands. Über acht Jahrzehnte währt ihr literarisches Engagement für die privaten Probleme der Frauen, die von ihrer Arbeit leben müssen und wollen. Anlässlich ihres 99. Geburtstags laden der Berliner Verband deutscher Schriftsteller (VS) und das Literaturforum ein.
Moderation Antje Rávic Strubel
Die Sekretärin des sprachwissenschaftlichen Instituts findet ihren Chef tot auf der Toilette. Ein Mord? Silvia Bovenschen greift kräftig in die Tasten. Ironisch und witzig beschreibt sie die Befindlichkeiten, Ängste und Vorlieben ihrer Protagonisten im Umfeld von Universität und Literaturbetrieb. Das Ganze wird beobachtet und kommentiert von einer Schar Außerirdischer, die im Projekt Mensch ein verfehltes Experiment, ein Unglück der Evolution sehen. Bovenschens Krimi der besonderen Art ist zu einer Parodie des Genres geraten.
Ein neuer Termin ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen.
Herausgegeben von Dittmar Dahlmann, Anna Friesen und Diana Ordubadi
Beatrix Langner im Gespräch mit dem Herausgeber
1786 schloss sich der deutsche Arzt Carl Heinrich Merck (1761–1799) einer von der russischen Zarin Katharina II. entsandten geheimen astronomischen und geografischen Expedition zur Erkundung Ostsibiriens und Alaskas an. Seine geografischen, botanischen, zoologischen und ethnologischen Beobachtungen hielt Merck in einem Tagebuch fest. Die Aufzeichnungen bieten auch heute noch eine erstrangige historische Quelle für die kulturwissenschaftliche und ethnologische Forschung zu den indigenen Kulturen. Erstmals erscheinen sie nun in deutscher Spräche mit einem umfassenden Kommentar.
In Zusammenarbeit mit dem Wallstein Verlag
Moderation Gerrit Bartels
Verheiratet mit der schönen und intelligenten Sonja könnte Alex glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr – und weiß nicht, warum. Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Rosine De Dijn
Die Serpa Pinto war im Jahr 1942 auf der schicksalhaften Route Rio de Janeiro – Lissabon – New York unterwegs. Die Passagiere an Bord des Schiffes von Kapitän Americo Dos Santos hätten unterschiedlicher nicht sein können. Auf dem Weg von Südamerika nach Lissabon brachte die Serpa Pinto sogenannte Auslandsdeutsche, die in den Jahren der Inflation und Wirtschaftskrise nach Brasilien ausgewandert waren, aber nun für Hitler in den Krieg ziehen wollten. Die Fahrt von Rio nach Lissabon war eine Luxusfahrt verglichen mit der Atlantiküberquerung in umgekehrter Richtung. Dann wurde die Serpa Pinto zur letzten Zuflucht für Hunderte von Flüchtlingen, die Europa verließen.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Annett Gröschner im Gespräch mit dem Biografen
Es gibt nur sehr wenig gesicherte Daten und Fakten über Georg Friedrich Händel. Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott hat mit Tumult und Grazie dennoch eine überaus facettenreiche Biografie über den lange vergessenen Komponisten geschrieben, die durch ihre essayistische Schreibweise besticht. Ott beschreibt nicht nur, wie aus dem Halleschen Protestanten Händel ein Komponist der katholischen Gegenreformation wurde, sondern führt vor, wie eng musikalische Ausdrucksmittel, geschichtliche Entwicklungen und philosophische Grundsatzfragen auch jenseits der barocken Welt des 18. Jahrhunderts zusammenhängen.
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Julius H. Schoeps
Der Historiker Julius H. Schoeps ist einer der profiliertesten Vertreter des deutschen Judentums nach 1945. Er hat mit vielen unbequemen und manchmal auch provozierenden Einmischungen das deutsch-jüdische Verhältnis beeinflusst. Im Gespräch wird seinem faszinierenden Lebensweg nachgespürt – Kindheit im schwedischen Exil, Jugend in Erlangen, prägende Erfahrungen innerhalb der Studentenbewegung in Berlin und den Weg in die Wissenschaft. Er ist seit 1992 Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam.
Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.