Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Dezember 2009.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Wolfgang Asholt und Rüdiger Reinecke im Gespräch mit den Herausgebern
Rund 800 Freiwillige aus der Schweiz nahmen am Spanischen Bürgerkrieg teil (1936–1939). Jeder vierte ließ sein Leben – die Heimkehrenden wurden von der Schweizer Militärjustiz zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Profil dieser Antifaschisten ist vielfältig: die Schweiz hat ihnen wenig zu bieten, die bedrohte spanische Republik hingegen wirkt wie ein Magnet, eine Art verheißenes Land, dem man zu Hilfe eilt, und in dem die Arbeiter zu Protagonisten erwacht sind. Spanien war ein neues Amerika, eine neue Sowjetunion, und hat diesen Projekten noch vieles voraus: warmherzig, verlockend und zudem noch in der Nähe.
Karlheinz Barck und Reiner Tosstorff im Gespräch mit den Herausgebern
Aus der Ausstellung „España en el corazón“ (Februar/März 2008) hervorgegangen, widmet sich der Band erstmals anhand von Kunst, Musik, Film und Literatur der Rezeption des Spanischen Bürgerkrieges und den Strategien und Mechanismen der Erinnerungsbildung in der DDR. Dabei entsteht ein Spannungsfeld offiziell-dogmatischer und inoffiziell-heterodoxer Diskurse über den Bürgerkrieg, dessen Formen und Entwicklungen im Zentrum der Veranstaltung stehen sollen.
Lothar Müller im Gespräch mit den Autoren
Geheimbünde (Logen) wurden gegründet, um Ideen der Aufklärung, um revolutionäre und politische Ideen zu befördern. Hier fanden Revolutionäre ihre Rekrutierungsräume, ihre Vorbereitungsateliers und manchmal auch ihre legale Deckung. So stellt sich der Illuminatenorden als ein Geheimlabor der Moderne dar, in dem bereits zu Zeiten des Ancien Régime die neuen Kommunikations-, Überwachungs- und Selbsterfahrungsprozeduren des bürgerlichen Zeitalters erprobt werden.
Moderation Jörg Magenau
Wie viel wiegt die Zeit? Und wovon erzählt das Ticken der Uhren? Der in Wilhelmshorst im Peter-Huchel-Haus lebende Lutz Seiler ist zunächst vor allem als Lyriker bekannt geworden – bis er mit der Erzählung Turksib im Jahr 2007 den Ingeborg-Bachmannpreis gewann. Turksib ist, zusammen mit dreizehn neuen Erzählungen, nun in dem Band Die Zeitwaage zu finden. Es sind Geschichten, in denen es um prägende Wendepunkte geht, um das Groteske im Leben und das häufig vergebliche Ringen um einen anderen Verlauf: Geschichten mithin, die, so wie die Titelerzählung, in der großen Umbruchzeit im Nachwende-Berlin angesiedelt sind.
In Zusammenarbeit mit LITERATUREN
Regie und Percussion Saburo Shimada Es lesen Kei Ichikawa, Kana Torino, Franziska Piesche
Das Lasenkan Theater Ensemble zeigte letztes Mal den ersten Teil des Buches: ein Mädchen aus Vietnam kommt, ohne es zu wollen, von Ost- nach Westdeutschland, sie spricht die Sprache nicht, versucht zu fliehen, fährt – im Traum? – in die falsche Richtung. Dieses Mal zeigt das Ensemble den zweiten Teil des Buches: das Mädchen landet in Paris, flüchtet ins Kino und lebt dort viele Jahre – ohne Visum, bei verschiedenen Frauen und Männern, aber vor allem im Cinéma, in einem Dialog mit einer Schauspielerin.
Inge Stephan im Gespräch mit den Herausgebern und mit Katja Lange-Müller
Ist es möglich, literarisches Leben und Kulturpolitik der DDR lexikalisch zu umfassen wie ein herkömmliches Wörterbuch? Über die grundsätzliche Bedeutung von Nachschlagewerken – vor allem im Zeitalter digitaler Medien – und über die Katalogisierung der gesamten Geschichte der DDR-Literatur diskutieren die Herausgeber des Metzler-Literaturlexikon- DDR Literatur und einer ihrer “Gegenstände”.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Stefanie-Lahya Aukongo
1978, Ostberlin: Ein kleines Mädchen kommt schwer verletzt zur Welt. Ihre Mutter wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen und im Zuge einer staatlichen Solidaritätsaktion in die DDR ausgeflogen. Eine Berliner Familie nimmt das halbseitig gelähmte Kind in ihre Obhut und pflegt es liebevoll. Aber nach einem Jahr endet die staatliche Solidarität: Stefanie muss zusammen mit ihrer Mutter zurück nach Afrika – in den Bürgerkrieg. Doch ihre Pflegefamilie weiß: Sie wird dort nicht überleben – und lehnt sich gegen den Staatsapparat auf, um sie ein zweites Mal zu retten.
Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit den Autoren
Volker H. Altwasser erzählt die unwahrscheinliche und doch wahre Geschichte eines SS-Richters, dessen Auftrag es war, die Korruption in den Konzentrationslagern zu bekämpfen – Nora Bossong von einem deutschen Diplomaten in Mailand, der Verfolgten des faschistischen Regimes half: aus eigennützigen Motiven. Bossong und Altwasser haben den Auftrag angenommen, den Jorge Semprún als Zeitzeuge u n d Schriftsteller an „die Dichter der neuen Generation“ formulierte, „den Mut [zu] finden…die unerschöpfliche Wahrheit der Vernichtungserfahrung mit den Mitteln der Fiktion herauszuarbeiten.“
Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.