Veranstaltungsprogramm – Februar 2009

Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Februar 2009.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 10.02. 20 Uhr
MüllerBrechtTheater

IV. „Die Korrektur der Korrektur?“

mit Armin Petras und Wolfgang Engler

Moderation Holger Teschke / Harald Müller

Armin Petras, Jahrgang 1964, Regisseur, Autor, Inszenierungen in Frankfurt/Oder, Chemnitz, Leipzig, Kassel, Frankfurt/Main, Hamburg, seit 2006 Intendant des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, dort u.a. Korrektur (2008)

Wolfgang Engler, Jahrgang 1952, Philosoph und Autor, seit 2005 Rektor der Schauspielschule “Ernst Busch” in Berlin

Do. 12.02. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Jakob Hein: „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“

Moderation Michael Opitz

Boris Moser ist ein Sammler. Seit er seine Agentur für verworfene Ideen eröffnet hat, ist jedoch kein Kunde durch die Eingangstür getreten. Als eines Tages Rebecca Kron die Agentur betritt wird ihm klar, dass er diese Frau auf keinen Fall gehen lassen will. Er beginnt, ihr von verworfenen Romananfängen und der Suche nach dem Glück zu erzählen. Durchzogen von leiser Komik gibt Jakob Heins Roman Einblicke in den Aberwitz des täglichen Lebens.

Di. 17.02. 20 Uhr
MüllerBrechtTheater

V. „Die Mühen des Mythos“

mit Frank Castorf und Theodoros Terzopoulos

Moderation Frank Raddatz / Harald Müller

Frank Castorf, Jahrgang 1951, Regisseur, seit 1992 Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, neben Schleef und Marthaler wirkungsmächtigster Schauspielregisseur der vergangenen zwanzig Jahre im deutschsprachigen Theater, zuletzt Maßnahme/Mauser (2008)

Theodoros Terzopoulos, Jahrgang 1947, Regisseur und Schauspieler, Leiter des Attis Theaters in Athen, Regieassistent am BE unter Ruth Berghaus, Bekanntschaft mit Heiner Müller, mit dessen Werk er sich seitdem kontinuierlich auseinandersetzt.

Mi. 18.02. 20 Uhr
Diskussion

„Biographie versus Werk“

Mit Bernd-Rainer Barth, Ralph Klein, Annette Leo, Dieter Schlenstedt

Moderation Jörg Sundermeier

„Endlich einer aus dem Osten!“ titelte die FAZ im Juni. Anlass war ein Artikel von Werner Liersch, demzufolge Erwin Strittmatter im 2. Weltkrieg zu einer Einheit gehörte, die der SS zugeordnet und an mehreren Massakern beteiligt war. Hat Strittmatter seine Vergangenheit geschönt? Was wusste die Parteiführung? Ein Beleg für den “verordneten Antifaschismus” in der DDR? – Ein heftiger Streit ist entbrannt, der an die Debatte um Günter Grass´ Zeit bei der Waffen-SS erinnert. Doch sind Schriftsteller verpflichtet, ihre Biographie preiszugeben? Und wie stehen wir zur Vergangenheit?

Do. 19.02. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Klaus Theweleit, Rainer Höltschl: „Jimi Hendrix. Eine Biographie“

Thomas Gross im Gespräch mit Klaus Theweleit

Jimi Hendrix, der „verglühende Meteor mit der Nachricht vom Ungeheueren“ verbrannte nicht nur sein Instrument unter dem Jubel der Fans, irgendwann schien er selbst zu brennen. Sein Tod 1970 mit 27 Jahren beendete eine atemberaubende Karriere. Klaus Theweleit und Rainer Höltschl beschreiben Leben und Werk eines einzigartigen Künstlers, dessen Musik bis heute eine große Magie ausstrahlt.

Mo. 23.02. 20 Uhr
Berliner Montagsdiskurs

„Das blutige Spiel - Kriegsführung im 20. Jahrhundert“

Paul Werner Wagner im Gespräch mit Jörg Friedrich

In den Büchern des Schriftstellers und Historikers Jörg Friedrich, Jahrgang 1944, spielt der Krieg eine Schlüsselrolle. Er begann mit dem Krieg seiner Väter, der Nazigeneration, und widmete sich daraufhin dem Krieg seiner Befreier. Anglo-amerikanische Bombenflugzeuge verheerten seine Heimat, das Ruhrgebiet – ihm als Kind wurden Schokoladentäfelchen von liebenswürdigen GI zugeworfen, nunmehr beschützten sie ihn mit ihrem Atomschild vor den “Zudringlichkeiten des neuen Menschheitsfeindes” der Sowjetunion unter Stalin. Jörg Friedrich stellt sich den Fragen der Generation der Kriegskinder.

Di. 24.02. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Juri Andruchowytsch: „Geheimnis. Sieben Tage mit Egon Alt“

Jörg Magenau im Gespräch mit dem Autor

Was ist das Ich? Warum sind wir so, wie wir sind? Wie konnte das geschehen? Das Geheimnis, um das es Juri Andruchowytsch geht, ist das Geheimnis des Lebens und der Identität. Um dem näher zu kommen, hat er sich einen westdeutschen Journalisten erfunden, dem er sein Leben erzählen kann. Geheimnis ist das Selbstzeugnis eines ukrainischen Schriftstellers, der in der heroischen Phase der Dichtung in der Umbruchzeit der Ukraine berühmt geworden ist. Doch es geht auch um Fußball und das Militär, um die Liebe und die Sehnsucht, um Reisen und das Berauschtsein und schließlich um Berlin. So entstand im fiktiven Gespräch eine Biographie als Erinnerung und als Erfindung, ein Buch „über mich und die Zeit in der ich lebe.“

In Zusammenarbeit mit Literaturen

Do. 26.02. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

„Denk nicht, wir bleiben hier!“ - Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner

Wolfgang Benz im Gespräch mit Anja Tuckermann

Hugo Höllenreiner wächst in München auf, wo sein Vater ein kleines Fuhrunternehmen betreibt. 1943 wird der Neunjährige mit seinen Eltern und fünf Geschwistern nach Auschwitz-Birkenau ins sogenannte Zigeunerlager deportiert. Dort werden er und sein Bruder Opfer von brutalen medizinischen Experimenten des KZ-Arztes Josef Mengele. Über Ravensbrück und Mauthausen kommt Hugo nach Bergen-Belsen. Wie durch ein Wunder überlebt er mit seinen Eltern und Geschwistern die NS-Verfolgung, doch viele nahe Verwandte werden ermordet.

In langen Gesprächen mit der Autorin Anja Tuckermann kommen Stück für Stück verdrängte Erinnerungen zurück, von denen erst der über Sechzigjährige zu sprechen vermag.

Anja Tuckermann, geboren 1961, lebt als freie Schriftstellerin und Journalistin in Berlin. Für ihre Arbeit ist sie mit zahlreichen Preisen, u.a. dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Kurt-Magnus-Preis der ARD ausgezeichnet worden.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.

Copyright (c) 2008 Gesellschaft für Sinn und Form e.V.. Anschrift: Gesellschaft für Sinn und Form e.V., Chausseestraße 125, D-10115 Berlin-Mitte. Telefon: 030. 28 22 003, Fax: 030. 28 23 417, e-mail: info (at) lfbrecht.de.