Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im März 2009.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Christoph Links im Gespräch mit dem Autor und Ines Langelüddecke
Das Buch führt in eine der Schlüsselperioden des 20. Jahrhunderts: in die Zeit der antikolonialen Befreiungsbewegungen, der atomaren Konfrontationen zwischen Ost und West während der “Kubakrise”. In den Zwischenräumen dieser Brüche und Umbrüche entwickelte sich die kubanische Revolution des Charismatikers Fidel Castro. Neben ihm porträtiert Gerd Koenen den legendären Guerillero Che Guevara und Tamara Bunke alias “Tania” aus Ostberlin. Allesamt mythische Figuren.
Thomas Günther im Gespräch mit Cornelia Schleime
Es liest Barbara Schnitzler
Ob Gino Hahnemann erlöst wurde, wissen wir nicht, aber wir wissen von seinem Begehren nach Erlösung, Befreiung von allem Unkonventionellen, Spießigen und Verlogenen. Das hat ihn für die einen zum Exoten gemacht, für die anderen zu einem autonomen Geist. Sein künstlerisches Werk weist viele Facetten auf: als Dichter, Filmemacher, Zeichner, Herausgeber. – Er hinterließ ein monumentales, mitunter tabubrechendes – bisher unveröffentlichtes – Tagebuch in fünf Bänden.
Klemens Renolder im Gespräch mit dem Herausgeber Hans Höller
Es liest Sophie Rois
Die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan (hrsg. von Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll und Barbara Wiedemann) gehört zu den großen literarischen Ereignissen der letzten Jahre: Leben und Liebe zweier großer Dichter sind neu zu entdecken. Im Gespräch mit Klemens Renoldner spricht Herausgeber Hans Höller über die besondere Bedeutung dieser Briefe, über die schwierige Frage von Literatur und Leben und über das Private in der Literatur.
Wiebke Porombka im Gespräch mit dem Autor
Thorsten Becker hat einen Roman über Luther geschrieben. Ein historischer Roman über die Entstehung eines historischen Romans, voller reizvoller Spiegelungen und überraschender Durch-blicke. Gerade die ironische Brechung schenkt Luther und den Menschen seiner Umgebung lebensfrische Plastizität, lässt Geschichte nicht als statisches Bild einer Epoche, sondern in ihrem Verlauf bis heute erkennbar werden.
In Zusammenarbeit mit „Das Magazin“
Artur Becker im Gespräch mit Olga Tokarczuk
Moderation Dorota Danielewicz
Die Reisefreiheit, Möglichkeiten, frei den Wohnort zu bestimmen, Zeit im Ausland zu verbringen und ohne Repressionen zurückzukehren, prägten die junge Generation in Polen und hinterließen Zeugnisse in der Literatur. Die Entdeckung der Welt, Auseinandersetzungen mit anderen, fremden Kulturen und Religionen sind wichtige Motive in den Werken vieler Schriftsteller. Die für die polnische Literatur charakteristische Perspektive des Emigranten verschwand nach 1989 langsam aus der literarischen Auseinandersetzung mit der neuen Realität.
Günter Kunert im Gespräch mit Reinhard Klimmt
Günter Kunert liest aus seinem Gedichtband „Als das Leben umsonst war.“
Mit Günter Kunert, am 6. März 1929 in Berlin geboren, feiert einer der wichtigsten Lyriker unseres Jahrhunderts seinen achtzigsten Geburtstag. Keiner hat wie er die Wirren der deutschen Geschichte in Gedichten verfolgt, keiner einen so illusionslosen Blick auf den Menschen und seine Untergänge gerichtet. Mit Als das Leben umsonst war legt Kunert seine Gedichte der letzten Jahre vor: ironische und unsentimentale Bruchstücke von dem, was aus den großen Untergängen der Weltgeschichte übrigbleibt.
In Zusammenarbeit mit der Saarländischen Galerie, dem Saarländischem Rundfunk und dem Maxim Gorki Theater (Kartentelefon: 20221–115)
Moderation Moritz Kienast
Im Berlin den Goldenen Zwanziger Jahre befreit eine junge Frau ihren Liebhaber aus dem Gefängnis. Darauf gründen zwei angehende Schriftstellerinnen voll Übermut einen Verein frecher Frauen. Keine fünfzehn Jahre später sind die lebenslustigen Frauen tot. Dazwischen liegen drei Leben, gelebt im Exil in vielen Ländern, in Gesellschaft berühmter Zeitgenossen wie Bertolt Brecht, Anna Seghers, Isaak Babel, Margarete Steffin, Tina Modotti, Claude Lévi-Strauss und Annemarie Schwarzenbach. Robert Cohen schildert die Lebensgeschichten von Frauen, die sich das Recht auf Selbstverwirklichung herausnahmen in Zeiten, in denen das mit Lebensgefahr verbunden war, und zeigt den weiblichen Widerstand gegen das Naziregime.
Zum 80. Geburtstag von Christa Wolf gratulieren Nicole Bary, Volker Braun, Christoph Dieckmann, Friedrich Dieckmann, Ròza Domascyna, Tanja Dückers, Alain Lance, Adolf Muschg, Uwe Timm und Lothar Trolle.
Therese Hörnigk stellt die Festschrift vor.
Über siebzig deutschsprachige und internationale Schriftstellerinnen- und Schriftstellerkollegen, Journalisten, bildende Künstler, Freunde sowie Personen des öffentlichen Lebens wurden um Originaltexte und Grafiken zum 80. Geburtstag von Christa Wolf gebeten. Diese unveröffentlichten Texte und Bilder – u.a. von Wieland Förster, Günter Grass und Nuria Quevedo – werden an diesem Abend präsentiert und Christa Wolf überreicht.
In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste (Kartentelefon: 200573000) und dem Wallstein-Verlag.
Volker Pfüller im Gespräch mit Paul Werner Wagner
Volker Pfüller, Jg. 1939 in Leipzig geboren, studierte an der Fachschule für Angewandte Kunst Berlin und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seine Arbeiten, insbesondere für das Deutsche Theater, sind zur Legende geworden und vielen Theaterbesuchern in Erinnerung. Zu den brillanten und unvergessenen Leistungen gehörte auch das Bühnenbild zu “Dantons Tod” in der Regie von Alexander Lang. Schon in den 80er Jahren machte ihn sein Engagement für die Münchner Kammerspiele auch über die Grenzen der DDR hinaus bekannt.
Es lesen Nicoline Schubert und der Autor
Einführung Alexander von Bormann
Lyrische Notizen nennt der Autor seine Gedichte, die, teils unveröffentlicht, teils in Zeitschriften erschienen, nun erstmals gesammelt erscheinen. Sie umfassen einen Zeitraum von mehr als dreißig Jahren – Persönliches und Politisches, Stadt- und Landeserfahrungen, Zeit- und Kulturgeschichte in der konzisen Weise bündelnd, die die lyrische Form ermöglicht; Friedrich Dieckmann handhabt sie mit großer Vielseitigkeit. Ein Zeitalter wird besichtigt – nicht in prosaisch gebundener Form, sondern in der kaleidoskopisch zerklüfteten, die der Momentaufnahme entspricht.
Gegenstand des an der Ruhr geborenen, in Aachen wachenden Dichters ist das, wie ein blinzelnder Schläfer, sich seiner selbst bewußt werdende Leben. Jürgen Nendza nähert sich ihm mit Schneckenfühlern und den Schwirrflügeln des Kolibris. Seine Ginsterlichttage sind vom Flaneur der Wanderdünen mit der Sanduhr vermessen. Seine Adonislibelle weiß: ein falscher Wortflügelschlag und der Sprachbewegungsmelder schlägt an, apportiert die Fremdheit heilende Reiseapotheke mit ihren verschriebenen Flüstertönen.
Sigrid Löffler im Gespräch mit der Autorin
Die so bewegende wie einsichtsvolle Geschichte einer rätselhaften Frau: nuanciert und mitreißend erzählt die Autorin vom Untergang der DDR und dem Ende aller Träume mit der Erfüllung des Wunsches nach Freiheit.
Jan Philipp Reemtsma im Gespräch mit Florian Havemann
Moderation Kerstin Decker
Wie weiter mit „Havemann“? Ausgehend von einer Rezeptionsgeschichte ganz eigener Art wird über die bundesrepublikanische Gegenwart gesprochen und wie die deutsch-deutsche Geschichte in sie hineinwirkt. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus den Prozessen gegen Havemann? Kann ein solches Buch überhaupt noch veröffentlicht werden? Und hat der Autor mit so heftigen Reaktionen gerechnet?
Wolfgang Benz im Gespräch mit Christiana Kohl
Eine Buchhändlerin beginnt 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Geheimnisse ihrer deutsch-jüdischen Familie zu ergründen, die von den Nationalsozialisten vertrieben wurde. Auf dem verstaubten Dachboden findet sie Aufzeichnungen über die verschollene Kunstsammlung ihres Vaters, dessen Kampf um Entschädigung erfolglos war. Sie begibt sich auf die Spur der verlorenen Kunstgegenstände und damit auch auf die Suche nach dem Mann, der ihr Vater war. Christiane Kohl, Jg.1954, Journalistin und Schriftstellerin, arbeitet seit 2005 als Korrespondentin der “Süddeutschen Zeitung” für die ostdeutschen Bundesländer und lebt in Dresden.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.