Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im April 2009.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Mit Christoph Meyer und Eugen Blume
Es liest Meike Schlüter
Der in Berlin lebende Maler und Zeichner Christoph Meyer hat sich von der Korrespondenz zwischen Walter Benjamin und Bertolt Brecht zu dem Triptychon “Exil” und einem Zyklus von Zeichnungen anregen lassen. Über diese Arbeiten, die das Literaturforum in zwei Ausstellungen zeigt, sprechen der Künstler und der Kunstwissenschaftler Eugen Blume. Zeichnungen sind Briefe, sagt Meyer. Aus Briefen, die zwischen Benjamin und Brecht gewechselt wurden, aus ihren Tagebüchern und anderen Texten liest die Schauspielerin Meike Schlüter. Es entsteht ein Bild dieser „einzigartigen Begegnung“ (Hannah Arendt) und ihrer Rezeption in der Kunst.
Mit Marcel Beyer, Aris Fioretos, Ulrike Draesner, Elke Erb, Herta Müller, Lutz Seiler, Ulf Stolterfoht und Hanns Grössel
Am 2. Januar 2009 starb Inger Christensen in Kopenhagen. Christensen, deren Lesungen besonders in Berlin legendär waren, veröffentlichte neben mehreren Lyrikbänden auch Romane, Essays, Theaterstücke und Hörspiele. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, lange Zeit galt sie als Kandidatin für den Nobelpreis.
Eine Veranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin, des Literaturforums im Brecht-Haus, des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, des Literaturhauses Berlin, des Literarischen Colloquiums Berlin, der Akademie der Künste, des Verlags Kleinheinrich und der Dänischen Botschaft
Moderation Dunja Welke
Von den 78 Verlagen des „Leselandes DDR“ existiert kaum mehr ein Dutzend. Nur 2,2 Prozent der jährlich produzierten Titel kommen aus den ostdeutschen Bundesländern. Wodurch ist das Verlagssterben verursacht? Durch die marktuntaugliche Struktur der DDR-Buchbetriebe, eine verfehlte Privatisierungspolitik der Treuhandanstalt oder die Übernahmepraxis westdeutscher Verleger? Christoph Links verbindet nach langjähriger Forschung die Innenschau als einstiger Mitarbeiter des DDR-Aufbau-Verlages mit den praktischen Erfahrungen eines Verlegers in der Marktwirtschaft.
Jörg Magenau im Gespräch mit dem Autor
Das Geschwätz von der “Welthaltigkeit” der Literatur wird in dieser Geschichte gründlich ad absurdum geführt. Tilman Rammstedt hat einen China-Roman geschrieben, ohne jemals in China gewesen zu sein. Sein Romanheld Keith Stapperpfennig behauptet gegenüber den Geschwistern, den ziemlich schwierigen Großvater dorthin zu begleiten. Doch der Großvater stirbt im Westerwald und verkompliziert die Lage des Enkels damit noch mehr. Wie lässt man einen Toten in einem fiktiven fernen Land verschwinden? Wie weit reicht die Kraft der Literatur?
In Zusammenarbeit mit Literaturen
Annett Gröschner im Gespräch mit dem Biographen
Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts war so widersprüchlich, kaum einer so geschickt und souverän darin, seine Biographie und seine Haltung zur Welt ständig neu zu erfinden wie Joseph Roth, der von sich selbst sagte, dass er „böse, besoffen, aber gescheit“ sei. Wilhelm von Sternburg, der sich mit Büchern über K. Adenauer, C. von Ossietzky, L. Feuchtwanger, A. Zweig und E. M. Remarque einen Namen als Biograph gemacht hat, bringt Licht in das von Mythen durchwirkte Selbstbild Joseph Roths.
Moderation Lothar Müller
Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls “Die Stille” ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat.
Hrsg. von Susan Todd und Hans-Ulrich Müller-Schwefe
Moderation Johannes Windrich
Als Einar Schleef mit zwanzig seine Geburtsstadt Sangerhausen verlässt und nach Ostberlin zieht, um an der Kunsthochschule Weißensee Malerei zu studieren, beginnt der Briefwechsel zwischen Mutter und Sohn, der von Seiten Gertruds bestimmt ist durch ein Zugleich von Geben und Fordern, von unermüdlichen Hilfsangeboten, beständigen Klagen über ausbleibende Briefe und zu wenig Besuche daheim – auch als der Sohn schon dreißig ist und in Berlin erste Theatererfolge als Bühnenbildner und Regisseur feiert.
Mit Annette Korolnik-Andersch (Hg.), Johannes Tuchel, und Roland Berbig
Moderation Helmut Böttiger
Die Textbeiträge dieses umfangreichen Materialienbandes werden begleitet von einer einzigartigen Mischung aus bisher unveröffentlichten Dokumenten zu Alfred Anderschs Leben, aus Briefen, Fotos und Bildern. Und immer wieder wird seinen eigenen Texten Raum gegeben, um für sich zu sprechen. Unverstellt und unmittelbar sehen wir uns in diesem Buch Alfred Andersch und seine Welt gegenüber.
Konzeption und Moderation Günter Agde
Es lesen Jana Kozewa und Alexander Höchst
Viele Schriftsteller haben für den Film geschrieben, nicht alle ihre Skripte wurden realisiert. Die nichtgedrehten Filme bieten literarische Qualitäten eigener Art: sie wurden aufs Kino hin geschrieben und bleiben doch belletristische Unikate. Der Vollblutsatiriker der frühen Jahre Günter Kunert streitet und ironisiert sich an seine Gegenwart heran und lässt keine Gelegenheit für kritische Hiebe und Seitenhiebe aus. Eine geliebte alte Sage im kritischen Gewand und ein modernes Märchen, dem Ironie und Melancholie aus allen Fugen rieselt. Genüssliche Vieldeutigkeiten die Menge und viel Humor…
Zum 445. Geburtstag William Shakespeares
Moderation Sebastian Kirsch
Die Buchreihe „Alt Englisches Theater Neu“ wendet sich an Leute, die Theater ansehen und an Leute, die Theater machen. Außer dem Stücktext sind Kommentare und Materialien, wie Quellenschriften und Essays; in diesem Band einen der bedeutendsten neueren Aufsätze über Shakespeare: von Ted Hughes enthalten. B. K. Tragelehn liest aus seiner Übersetzung und aus Hughes Aufsatz, und unterhält sich mit dem Theaterwissenschaftler Sebastian Kirsch über Shakespeare im 21. Jahrhundert, über die Rolle des Übersetzens für die eigene Literatur und über seine Erfahrungen mit diesem Stück, das er zweimal, einmal in der DDR und einmal in der BRD, inszeniert hat. Maß für Maß ist vielleicht das politischste Stück Shakespeares: der Staat und Recht und Macht und die Moral der geschlechtlichen Beziehungen, politisch-moralische Krise und Zweikampf um die Herrschaft, Todesstrafen und Begnadigungen sind sein Gegenstand.
In Zusammenarbeit mit dem Stroemfeld Verlag
Es lesen Carola Weider, Jens Rudolph und Alexander Langer
Moderation Michael Wildenhain
Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig stellt sich vor; drei Studenten geben Einblick in und Auskunft über ihre Arbeit. Sie lesen Texte, die während des Wintersemesters 2008/09 entstanden sind. Die Lesung wird von Michael Wildenhain moderiert, der als Gastdozent am Literaturinstitut tätig war.
Moderation Anette Handke
Als Walter Kempowski 2007 78-jährig starb, war das Feuilleton sich einig, dass er einer der bedeutendsten deutschen Erzähler und d e r Chronist der deutschen Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts gewesen ist. Diese einhellige Ehrung durch den Literaturbetrieb war Kempowski, der mit seinem Werk ein Massenpublikum erreichte, lange versagt geblieben. Zwei Tage vor Kempowskis 80. Geburtstag stellt Gerhard Henschel, Journalist, Schriftsteller, langjähriger Freund und “Schüler” von Walter Kempowski ein biographisches Buch vor, das viele bislang unveröffentlichte Dokumente, persönliche Erinnerungen und eine erste umfangreichere Rezeptionsgeschichte umfasst.
Hrsg. von Martina Hanf und Annette Maennel
Es lesen und sprechen mit den Herausgeberinnen Katharina Thalbach und Peter Schneider
Thomas Brasch, Schriftsteller, Filmemacher und Übersetzer, einer der markantesten Figuren der neuen deutschen Literatur, wurde 1945 als Sohn jüdischer Emigranten in England geboren. Die Interviews, die mit seinem Länderwechsel vom Osten in den Westen Deutschlands 1976 einsetzen, sind bemerkenswerte Zeugnisse eines unangepassten Künstlerlebens. Sie eröffnen einen Bereich, der unverzichtbar ist zum Verständnis der Werke des 2001 in Berlin verstorbenen Autors.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Eva Schulz-Jander
Der deutsche Jude Hans Mosbacher lebte 55 Jahre lang in Kassel, bevor er 1937 nach Palästina emigrieren musste. Eva Schulz-Jander erzählt seine Geschichte anhand der Erinnerungen seines Sohnes, sie unterscheidet sich von vielen Vertreibungsschicksalen, denn sie erzählt keine Opfergeschichte, sondern die eines Lebenskünstlers.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.