Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Juni 2009.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Mit Bernd Cailloux und Irina Liebmann
Moderation Jörg Magenau
20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ist es nur noch schwer vorstellbar, wie es war, in einer geteilten Stadt zu leben, deren getrennte Hälften nur wenig voneinander wussten. Doch wie viel wissen sie eigentlich heute voneinander? Leben West- und Ost-Berliner wirklich in einer Stadt? Und welche Auskunft gibt darüber die Literatur?
Brigitte Burmeister im Gespräch mit dem Autor
Eine lakonische Komödie über den westdeutschen Studenten Hans Odefey, der im rauen Neukölln leben und sich zu wehren lernt. Johannes Groschupf liefert das eindrückliche und höchst präzise Porträt eines berüchtigten Stadtteils, er lässt seinen Helden mit großer Naivität durch diese raue Welt spazieren. Mit Leichtigkeit balanciert er auf dem schmalen Grat zwischen Bildungs- und Schelmenroman, zwischen Abgrund und Groteske.
Holger Teschke im Gespräch mit der Autorin
Dichten, Forschen, Reisen – Adelbert von Chamisso führte ein Leben ohne Kompromisse. Die Weltliteratur verdankt ihm einen der besten Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts und die Botanik eine der umfangreichsten Pflanzensammlungen aus dem Pazifik. Beatrix Langner hat eine eindrucksvolle Biographie vorgelegt, die dazu einlädt, den Dichter und Naturforscher samt seinen Texten neu kennen zu lernen.
Thomas Stölzel im Gespräch mit dem Mitherausgeber und Übersetzer Daniel Göske
Der amerikanische Schriftsteller Herman Melville ist vielen Lesern vor allem durch seinen Roman Moby Dick bekannt geworden, um den vor einigen Jahren auch eine öffentlich geführte Übersetzungsdebatte entbrannt ist. Dass Melville neben seinen umfangreichen Romanen auch eine Reihe vorzüglicher Erzählungen geschrieben hat, – von denen manche Themen und Stimmungen der Prosa von Kafka, Beckett oder Borges vorweggenommen haben – ist weniger bekannt. Obwohl Thomas Mann die Erzählung Billy Budd als eine der „wirklich schönsten der Welt“ bezeichnet hat.
Die Autorin durchstreift die Stadt, die ihr seit der Kindheit vertraut ist oder zu sein scheint (denn diese Stadt ist ja nicht mehr dieselbe, die sie gestern war): Berlin Ost. Es sind Streifzüge durch Gegenwart, Vergangenheit und Träume. Durch Hauptstraßen und abgelegene Wege, zu berühmten und zu nie beachteten Bauten, vom Dom nach Neuhelgoland, nach Friedrichshagen und Pankow und zu den Schrebergärten am Stadtrand. Und zu Menschen, die diesem, ihrem Berlin angehören: zu Dichtern und Malern, der Milchfrau, dem Architektenvater H. und seinem Block E in der Stalinallee, zu Fontane und Heine.
Eine Gastveranstaltung des Verlages Das Arsenal
Zu Gast Inge Wüste-Heym (Dramaturgin)
Konzeption und Moderation Günter Agde
Es lesen Jana Kozewa und Alexander Höchst
Einen Spielfilm über einen deutschen Dichter von Rang wollte und sollte Klaus Schlesinger schreiben. Er las alles, wirklich alles von und über Kleist und entwarf ein Kinostück, das Torso blieb und alles enthielt, was in ein solches Vorhaben einfließen musste: der Streiter und Dichter Kleist und sein Preußen, der tapfere Schriftsteller Schlesinger und sein Land DDR in den bleiernen Zeiten Mitte der 70er Jahre. Und immer die Leute: Leser, Zuschauer, Freunde, Gegner, laue und kräftige.
In Zusammenarbeit mit Progress-Filmverleih
Kristin Schulz im Gespräch mit Peter Atanassow und Sibylle Arndt
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Theaterprojekt aufBruch kontinuierlich in der Justizvollzugsanstalt Tegel. Regisseur Peter Atanassow und Produktionsleiterin Sibylle Arndt zeigen Ausschnitte aus Inszenierungen, erzählen von ihren aktuellen Projekten Hannibal und Wolokolamsker Chaussee, vom Drinnen und Draußen und der Vermittlung, und davon, welche Rolle Heiner Müller in ihrem Theater spielt.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung des „Heiner Müller Archivs / Transitraum“ der HU (Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin, Raum 3.444) und des Literaturforums im Brecht-Haus
Mit Inga Iwasiow und Julia Franck
Moderation Dorota Danielewicz
Wo Julias Francks Roman Mittagsfrau aufhört, da setzt die Erzählung der polnischen Autorin Inga Iwasiów in Bambino an: Stettin vor und nach 1945 als Schauplatz eines besonderen Schicksals von denjenigen, die gehen mussten oder wollten und derjenigen, die blieben oder aus dem Osten in die ehemals deutschen Gebiete eingewandert sind. Diese Themen konnten vor 1989 sowohl in der DDR-Literatur wie in der polnischen Literatur nicht erörtert werden. Erst das Aufheben der Zensur schuf eine Möglichkeit, sich frei mit der Geschichte bestimmter Orte mit schwieriger Vergangenheit literarisch auseinanderzusetzen.
Mit den Herausgebern Gabrielle Alioth und Hans-Christian Oeser
Es lesen und diskutieren Renate Ahrens, Peter Finkelgruen und Lutz Rathenow
Der im Juni 1934 in den Internationalen P.E.N. aufgenommene Deutsche P.E.N.-Club im Exil vereinte die wichtigsten Autoren und Autorinnen des Exils und repräsentierte die verfolgte Literatur des “anderen Deutschland”. Nach dem Krieg setzte er seine Tätigkeit unter dem Namen P.E.N-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland fort. Seine in alle Welt zerstreuten Mitglieder treten bis heute für das freie Wort und gegen die politische Unterdrückung von Schriftstellern und Journalisten ein.
In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Botschaft Berlin
Mit Ingo Schulze und Christoph Hein
Moderation Jörg Magenau
Eigentlich hätte das Warten auf den „Wenderoman“ mit Thomas Brussigs Helden wie wir eingestellt werden können. Doch es wurde munter weitergewartet – ohne so genau zu wissen, worauf. Was ist eigentlich ein Wenderoman? Wie veränderte sich die Erwartung im Lauf der Jahre? Was sagen die dazu, von denen es heißt, sie hätten einen „Wenderoman“ geschrieben?
Jörg Barberowski im Gespräch mit dem Autor
Bernhard Bayerlein rekonstruiert Stalins wahnwitzige Doppelstrategie: willkürliche Neuaufteilung der Welt mit dem verbrecherischen Hitlerregime und Instrumentalisierung der kommunistischen Parteien für seine Ziele. Bisher in Deutschland unbekannte Dokumente aus russischen und schweizerischen Archiven, Kommentare und eine Chronik des Autors sowie Erinnerungen von Zeitzeugen wie Wolfgang Leonhard werfen ein neues Licht auf den Hitler-Stalin-Pakt.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Saloma Genin
Musikalische Begleitung Karsten Troyke
1932 als Kind polnisch-russischer Juden geboren, floh sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien und trat dort mit 17 Jahren der Kommunistischen Partei bei. 1951 kam sie zu den Weltfestspielen nach Ost-Berlin und war so von der DDR begeistert, dass sie zurückkehren wollte. Da sie keine Aufenthaltserlaubnis erhielt, lebte sie in West-Berlin, wo sie 1961 vom MfS angeworben wurde. 1963 siedelte sie in die DDR über und arbeitete viele Jahre bei Radio Berlin International. 1982 brach Genin mit dem Ministerium für Staatssicherheit und erst im Mai 1989 fand sie die Kraft, auch aus der SED auszutreten.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.