Veranstaltungsprogramm – Juni 2009

Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Juni 2009.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 02.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Krise, Umbruch, Neuanfang. Das Jahr 1989, die Wende und ihre Folgen in der Literatur I – „Was 1989 zu Ende ging“ 


Mit Bernd Cailloux und Irina Liebmann

Moderation Jörg Magenau

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ist es nur noch schwer vorstellbar, wie es war, in einer geteilten Stadt zu leben, deren getrennte Hälften nur wenig voneinander wussten. Doch wie viel wissen sie eigentlich heute voneinander? Leben West- und Ost-Berliner wirklich in einer Stadt? Und welche Auskunft gibt darüber die Literatur?

Mi. 03.06. 20 Uhr
Buchvorstellung

Johannes Groschupf "Hinterhofhelden"

Brigitte Burmeister im Gespräch mit dem Autor

Eine lakonische Komödie über den westdeutschen Studenten Hans Odefey, der im rauen Neukölln leben und sich zu wehren lernt. Johannes Groschupf liefert das eindrückliche und höchst präzise Porträt eines berüchtigten Stadtteils, er lässt seinen Helden mit großer Naivität durch diese raue Welt spazieren. Mit Leichtigkeit balanciert er auf dem schmalen Grat zwischen Bildungs- und Schelmenroman, zwischen Abgrund und Groteske.

Do. 04.06. 20 Uhr
Buchvorstellung

Beatrix Langner „Die Reisen eines wilden Europäers“

Holger Teschke im Gespräch mit der Autorin

Dichten, Forschen, Reisen – Adelbert von Chamisso führte ein Leben ohne Kompromisse. Die Weltliteratur verdankt ihm einen der besten Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts und die Botanik eine der umfangreichsten Pflanzensammlungen aus dem Pazifik. Beatrix Langner hat eine eindrucksvolle Biographie vorgelegt, die dazu einlädt, den Dichter und Naturforscher samt seinen Texten neu kennen zu lernen.

Fr. 05.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Herman Melville: Billy Budd, Matrose. Die großen Erzählungen.

Thomas Stölzel im Gespräch mit dem Mitherausgeber und Übersetzer Daniel Göske

Der amerikanische Schriftsteller Herman Melville ist vielen Lesern vor allem durch seinen Roman Moby Dick bekannt geworden, um den vor einigen Jahren auch eine öffentlich geführte Übersetzungsdebatte entbrannt ist. Dass Melville neben seinen umfangreichen Romanen auch eine Reihe vorzüglicher Erzählungen geschrieben hat, – von denen manche Themen und Stimmungen der Prosa von Kafka, Beckett oder Borges vorweggenommen haben – ist weniger bekannt. Obwohl Thomas Mann die Erzählung Billy Budd als eine der „wirklich schönsten der Welt“ bezeichnet hat.

Mo. 08.06. 20 Uhr
Buchvorstellung

Christine Wolter „Traum Berlin Ost. Wege gestern und heute“

Die Autorin durchstreift die Stadt, die ihr seit der Kindheit vertraut ist oder zu sein scheint (denn diese Stadt ist ja nicht mehr dieselbe, die sie gestern war): Berlin Ost. Es sind Streifzüge durch Gegenwart, Vergangenheit und Träume. Durch Hauptstraßen und abgelegene Wege, zu berühmten und zu nie beachteten Bauten, vom Dom nach Neuhelgoland, nach Friedrichshagen und Pankow und zu den Schrebergärten am Stadtrand. Und zu Menschen, die diesem, ihrem Berlin angehören: zu Dichtern und Malern, der Milchfrau, dem Architektenvater H. und seinem Block E in der Stalinallee, zu Fontane und Heine.

Eine Gastveranstaltung des Verlages Das Arsenal

Mi. 10.06. 20 Uhr
Lesung, Gespräch und Film

Nichtgedrehte Filme III – Klaus Schlesinger „Kleist“ (1977)

Zu Gast Inge Wüste-Heym (Dramaturgin)

Konzeption und Moderation Günter Agde

Es lesen Jana Kozewa und Alexander Höchst

Einen Spielfilm über einen deutschen Dichter von Rang wollte und sollte Klaus Schlesinger schreiben. Er las alles, wirklich alles von und über Kleist und entwarf ein Kinostück, das Torso blieb und alles enthielt, was in ein solches Vorhaben einfließen musste: der Streiter und Dichter Kleist und sein Preußen, der tapfere Schriftsteller Schlesinger und sein Land DDR in den bleiernen Zeiten Mitte der 70er Jahre. Und immer die Leute: Leser, Zuschauer, Freunde, Gegner, laue und kräftige.

In Zusammenarbeit mit Progress-Filmverleih

Di. 16.06. 20:30 Uhr – Außer Haus, Humboldt-Universität zu Berlin
Gespräch

aufBruch Kunst Gefängnis Stadt – Heiner Müller zum Beispiel


Kristin Schulz im Gespräch mit Peter Atanassow und Sibylle Arndt

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Theaterprojekt aufBruch kontinuierlich in der Justizvollzugsanstalt Tegel. Regisseur Peter Atanassow und Produktionsleiterin Sibylle Arndt zeigen Ausschnitte aus Inszenierungen, erzählen von ihren aktuellen Projekten Hannibal und Wolokolamsker Chaussee, vom Drinnen und Draußen und der Vermittlung, und davon, welche Rolle Heiner Müller in ihrem Theater spielt.


Eine Gemeinschaftsveranstaltung des „Heiner Müller Archivs / Transitraum“ der HU (Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin, Raum 3.444) und des Literaturforums im Brecht-Haus

Mi. 17.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

20 Jahre nach der Wende – Literatur in Polen und Deutschland III – Grenzgängerinnen

Mit Inga Iwasiow und Julia Franck

Moderation Dorota Danielewicz

Wo Julias Francks Roman Mittagsfrau aufhört, da setzt die Erzählung der polnischen Autorin Inga Iwasiów in Bambino an: Stettin vor und nach 1945 als Schauplatz eines besonderen Schicksals von denjenigen, die gehen mussten oder wollten und derjenigen, die blieben oder aus dem Osten in die ehemals deutschen Gebiete eingewandert sind. Diese Themen konnten vor 1989 sowohl in der DDR-Literatur wie in der polnischen Literatur nicht erörtert werden. Erst das Aufheben der Zensur schuf eine Möglichkeit, sich frei mit der Geschichte bestimmter Orte mit schwieriger Vergangenheit literarisch auseinanderzusetzen.

Do. 18.06. 20 Uhr
Buchvorstellung

Nachgetragenes. 75 Jahre P.E.N.-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland

Mit den Herausgebern Gabrielle Alioth und Hans-Christian Oeser

Es lesen und diskutieren Renate Ahrens, Peter Finkelgruen und Lutz Rathenow

Der im Juni 1934 in den Internationalen P.E.N. aufgenommene Deutsche P.E.N.-Club im Exil vereinte die wichtigsten Autoren und Autorinnen des Exils und repräsentierte die verfolgte Literatur des “anderen Deutschland”. Nach dem Krieg setzte er seine Tätigkeit unter dem Namen P.E.N-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland fort. Seine in alle Welt zerstreuten Mitglieder treten bis heute für das freie Wort und gegen die politische Unterdrückung von Schriftstellern und Journalisten ein.

In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Botschaft Berlin

Di. 23.06. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Krise, Umbruch, Neuanfang. Das Jahr 1989, die Wende und ihre Folgen in der Literatur II – „Der Wenderoman oder: Sich wandelnde Erwartungen.“


Mit Ingo Schulze und Christoph Hein

Moderation Jörg Magenau

Eigentlich hätte das Warten auf den „Wenderoman“ mit Thomas Brussigs Helden wie wir eingestellt werden können. Doch es wurde munter weitergewartet – ohne so genau zu wissen, worauf. Was ist eigentlich ein Wenderoman? Wie veränderte sich die Erwartung im Lauf der Jahre? Was sagen die dazu, von denen es heißt, sie hätten einen „Wenderoman“ geschrieben?

Do. 25.06. 20 Uhr
Buchvorstellung

Bernhard H. Bayerlein „Der Verräter, Stalin bist Du! Vom Ende der linken Solidarität 1939-1941“

Jörg Barberowski im Gespräch mit dem Autor

Bernhard Bayerlein rekonstruiert Stalins wahnwitzige Doppelstrategie: willkürliche Neuaufteilung der Welt mit dem verbrecherischen Hitlerregime und Instrumentalisierung der kommunistischen Parteien für seine Ziele. Bisher in Deutschland unbekannte Dokumente aus russischen und schweizerischen Archiven, Kommentare und eine Chronik des Autors sowie Erinnerungen von Zeitzeugen wie Wolfgang Leonhard werfen ein neues Licht auf den Hitler-Stalin-Pakt.

Di. 30.06. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

„Ich folgte den falschen Göttern. Eine australische Jüdin in der DDR“

Wolfgang Benz im Gespräch mit Saloma Genin

Musikalische Begleitung Karsten Troyke

1932 als Kind polnisch-russischer Juden geboren, floh sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien und trat dort mit 17 Jahren der Kommunistischen Partei bei. 1951 kam sie zu den Weltfestspielen nach Ost-Berlin und war so von der DDR begeistert, dass sie zurückkehren wollte. Da sie keine Aufenthaltserlaubnis erhielt, lebte sie in West-Berlin, wo sie 1961 vom MfS angeworben wurde. 1963 siedelte sie in die DDR über und arbeitete viele Jahre bei Radio Berlin International. 1982 brach Genin mit dem Ministerium für Staatssicherheit und erst im Mai 1989 fand sie die Kraft, auch aus der SED auszutreten.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.

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