Veranstaltungsprogramm – Januar 2010

Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Januar 2010.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Do. 07.01. 20 Uhr
Dichterleben

Richard Pietraß im Gespräch mit Barbara Köhler

Daß Worte nicht nur Wohnung, sondern auch Zelle sein können, die an der Mulde aufgewachsene und nach der Wende am Rhein siedelnde Sächsin hat es am eigenen Sprachleib erfahren. Dabei geht es ihr weniger um Diktat und Differenz der Dialekte als um die der Sprache und ihrem Vollzug innewohnende Gewalt. Dieses Nachschmecken und Wachschrecken verleiht ihren poetischen Exkursionen den Charakter systemisch forschender Exerzitien. Barbara Köhler wäre keine preiswürdige Dichterin, überraschte sie uns nicht immer wieder mit dem Heureka! verblüffender Fundglücke.

Di. 12.01. 20 Uhr
Buchvorstellung

Maxim Leo „Haltet euer Herz bereit. Eine ostdeutsche Familiengeschichte.“

Moderation Christoph Links

Die Familie von Maxim Leo glich der DDR – im Kleinen. In ihr konzentrierte sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: Die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war.

Mi. 13.01. 19 Uhr
Buchvorstellung

Tanya Lieske „Spion wider Willen“

Außer-Haus-Veranstaltung
Ort: Saarländische Landesvertretung, In den Ministergärten 4, 10117 Berlin
Anmeldung per Fax: 030/726290035

Moderation Ralph Schock

Zwei Frauen, drei Generationen. Ein Mikrofon. Kurz vor dem Ende ihres Lebens bricht Margarete, die Frau des Spions „Albert“ und Großtante der Autorin, ihr Schweigen. Sie berichtet von ihrer Emigration 1935 nach Frankreich und davon, wie die Gestapo kurze Zeit später ihren Mann Gustav Regitz, der ein dreiviertel Jahr in Dachau saß und im Prinz-Albrecht-Palais verhört wurde, zu ihrem ‚Mitarbeiter’ machte. Hat der Spion „Albert“ Lore Wolf, eine bekannte Kommunistin, an die Deutschen ausgeliefert? Was ist wirklich geschehen, damals, im Sommer 1940 in Paris? Mehr als 60 Jahre später sucht und findet Tanya Lieske die Akte des Spions „Albert“ im Archiv und reist ein letztes Mal mit Margarete nach Paris.

In Zusammenarbeit mit der Landesvertretung des Saarlandes

Di. 19.01. 20 Uhr
Buchvorstellung

Durs Grünbein „Die Bars von Atlantis“

Michael Opitz im Gespräch mit dem Autor

Ob in den Bars von Atlantis auch Gedichte gelesen wurden, wissen wir nicht. Doch es ist ein Vorzug der Literatur, dass sie untergegangene Orte in Erinnerung rufen kann. Im wahrsten Sinne des Wortes ist Durs Grünbein in seinem jüngsten Buch „Die Bars von Atlantis“ wirklich „abgetaucht“. Dieser Tauchgang hat ihn in die Tiefen der Meere und zugleich in die der Poesie geführt. Reisen vermitteln ihm einen „Vorgeschmack auf die Hölle“. Diesem Geschmackserlebnis soll am heutigen Abend nachgegangen werden, wobei Durs Grünbein auch über Erfahrungen seines jüngsten Aufenthaltes in der Villa Massimo in Rom sprechen wird.

Mi. 20.01. 20 Uhr
Lesung und Werkstattgespräch

Erzählte Zeit. Rolf Hosfeld „Die Geister, die er rief: Eine neue Karl-Marx-Biografie“

Annett Gröschner im Gespräch mit dem Biografen

Rolf Hosfeld wirft in seiner Biografie einen kritischen Blick aus dem beginnenden 21. Jahrhundert auf das Leben und das Werk von Karl Marx, von dem er sagt, dass er „gewissermaßen zur ‚Generation Revolution‘ seines Jahrhunderts gehörte“ und dessen Ideen angesichts einer neuen Krise des Kapitalismus wieder Konjunktur haben. Aus der Biografie des widersprüchlichen Politikers und Revolutionärs zwischen Trier und London leitet er das Werk ab: die Irrtümer und Fehleinschätzungen ebenso wie die bahnbrechenden Ideen.

Do. 21.01. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

"Als Kind im KZ - Die Aufzeichnungen von Heinrich Demerer"

Wolfgang Benz im Gespräch mit Verena Walter

Die Aufzeichnungen von Heinrich Demerer, 2007 durch Zufall im Bundesarchiv Ludwigsburg von der Historikerin und Soziologin Verena Walter entdeckt, sind ein seltenes Zeugnis über die Jahre der Verfolgung und die KZ-Haft aus der Perspektive eines jüdischen Jungen, der sich an seine Kindheit in Polen und das Ghetto in Sosnowiec erinnert. Im Sommer 1943 wird er einer der jüngsten Häftlinge des Lagers Blechhammer, sein Vater Karl ist dort Lagerältester. Beide überleben bei Kriegsende mehrere Todesmärsche.
Die Besonderheit der Erinnerungen liegt in ihrer kinderspezifischen Sichtweise auf das Geschehen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Fr. 22.01. 20 Uhr
Lesung

Die zweite Berliner Romanwerkstatt stellt sich vor

Moderation Michael Wildenhain

Zum Abschluss der Romanwerkstatt 2009 lesen:
Hannah Dübgen, Mechthild Lanfermann, Katerina Poladjan, Carola Weider und Jan Decker aus ihren während des letzten Jahres entstandenen Romanmanuskripten und geben Einblick in ihre Arbeit.

Di. 26.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Radka Denemarková „Ein herrlicher Flecken Erde“

Es liest Meike Schlüter

Moderation Gabriele von Arnim

Radka Denemarková erzählt die Geschichte der jungen Gita Lauschmannova, einer  deutschsprachigen Jüdin, die nach Ende des zweiten Weltkrieges in ihren Heimatort in der Tschechoslowakei zurückkehrt. Ihr Vaterhaus findet sie von einer fremden Familie bewohnt. Die junge Frau, deren Familie von den Nazis ermordet wurde, wird nun von der Bevölkerung als Deutsche behandelt und angefeindet. Sechzig Jahre später besucht sie erneut den Ort ihrer Kindheit.

Mi. 27.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Vincent von Wroblewsky (Hg.) „Lebendiger Sartre. 115 Begegnungen“

Walter van Rossum im Gespräch mit Gesine Bey und dem Herausgeber

Jean-Paul Sartre ist mit seiner Person und seinem Werk heute immer noch und immer wieder gegenwärtig. Das zeigen die in dem Band „Lebendiger Sartre. 115 Begegnungen“ vereinten sehr persönlichen Aussagen von Autoren aus 23 Ländern und 4 Kontinenten über ihre prägende Begegnung mit dem Philosophen, Schriftsteller und Intellektuellen. Die einen arbeiteten als Freunde mit ihm zusammen, waren ihm in Liebe und Freundschaft verbunden. Andere widmen sich als Übersetzer, Lehrende, Schriftsteller seinem Werk. Spurlos ist diese Begegnung nie gewesen!

Do. 28.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

100. Veranstaltung der Reihe "Dichterleben"

Richard Pietraß im Gespräch mit Volker Braun, Als Gast Alain Lance

Als sein Land in den Westen ging, sah sich der Dichter auf altem Kampfplatz einem neuen Gegner gegenüber. Drachenblutgebadet, fand er zu alter Angriffslust und vergaß doch nie die Schwachstelle zwischen den Blättern seiner schmalen Schultern. Im Blick zurück nach vorn schärfte er seine schneidendsten Waffen: das an Brecht geschulte Schwert der Dialektik und des ihm eingeborenen sächsischen Wortwitzes. Um den Preis wachstumsgeschuldeter Häutungen hielt dieser Maulheld, was er versprach: Treue zu sich selbst und der Sache der Besiegten, die ihm besser gefällt als das Triumphgeheul der Nimmersatten.

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

Wir haben in diesem Monat kein Begleitprogramm angeboten.

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