Veranstaltungsprogramm – Oktober 2010

Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Oktober 2010.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 05.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Albrecht Dümling (Hg.) „Hanns Eisler“

Gerhard Müller im Gespräch mit Rainer Riehn, Stefan Amzoll und dem Herausgeber

Zum 100. Geburtstag ihres Namenspatrons lud die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft 1998 zu einer Konferenz ein, um zu überprüfen, wieweit der Schöpfer der DDR-Hymne auch nach dem Ende dieses Staates noch interessieren kann. Das vorliegende Buch, entstanden in Zusammenarbeit mit den Musiktheoretikern Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, ergänzt die damaligen Referate und Debatten u. a. durch Theodor W. Adornos Notizen zu Eisler und eine Dokumentation des gemeinsamen Briefwechsels.

Mo. 11.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Bernd Roeck „Ketzer, Künstler und Dämonen: Die Welten des Goldschmieds David Altenstetter“

Werner Röcke im Gespräch mit dem Autor

Bernd Roeck ist ein Historiker, der kenntnisreich, verständlich und auf der Höhe seiner Wissenschaft spannend zu erzählen weiß. Vom Augsburger Goldschmied David Altenstetter, der als vermeintlicher Ketzer Ende des 16. Jahrhunderts verhört wurde. Dem Autor gelingt es anhand der überlieferten Protokolle, den Goldschmied, sein Leben und Arbeiten, dem Leser plastisch vor Augen zu stellen. So ist ein überaus anschauliches Porträt der Zeit um 1600 entstanden.

Di. 12.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Wolfgang Schlüter „Gruß, Greenaway!“

Ingo Arendt im Gespräch mit dem Autor

Schon in seinem 2007 erschienenen Roman “Anmut und Gnade” hat Wolfgang Schlüter eine besondere Sprachmacht und Lust am Detail gezeigt. Mit seinem jüngsten Werk bestätigt der Autor seinen erzählerischen Übermut. “Gruß, Greenaway!” ist eine Geschichte, die gleichzeitig Kriminal-, Liebes- wie auch Freundschafts- und Künstlerroman ist, wo Flämische Genremalerei, Peter Greenaways Filme, Ornithologie und Szenen aus dem Literaturbetrieb schwindelerregend verwoben werden.

In Zusammenarbeit mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin

So. 17.10. 11 Uhr
Matinee über Vögel

„Vögel sind gewissermaßen das bessere Ich der Dinosaurier“ (Jonathan Franzen in „Mein Vogelproblem“)

Mit Jonathan Franzen
Außer Haus:
Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43
10115 Berlin
Reservierung unter: evolution@mfn-berlin.de

Der Eintritt geht auf Wunsch von Jonathan Franzen an das Ökowerk Berlin. Möchten Sie im Anschluss an die Veranstaltung auch die Ausstellungen des Museums für Naturkunde besuchen, muss der reguläre Museumseintritt gezahlt werden.

Der Autor Jonathan Franzen über Vögel, Hobbyornithologen und die Lebenslektionen, die man beim Beobachten von Vögeln lernt. Wo immer er hinreist; lange vorher informiert er sich über die besten Beobachtungsorte. Er sammelt Beobachtungen und immer neue Arten. So hat ihn seine Leidenschaft fürs „bird watching“ auch schon an die Teiche der Brandenburger Parks und ins Berliner Umland geführt.

In Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde und dem Saarländischen Rundfunk

Di. 19.10. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

„Verlass dich, dass ich dir nicht fehle“ - Briefwechsel zwischen Herz und Ruhm, Teil 3: Bettina von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen

Dagmar Just im Gespräch mit dem Herausgeber Wolfgang Bunzel
Es liest Angelika Waller

Bettina Brentano, spätere von Arnim, ging in die Literaturgeschichte ein als Schriftstellerin, politisch engagierte Intellektuelle, Herrin auf Gut Wiepersdorf und hoch begabte Briefschreiberin. Sie korrespondierte mit Karoline von Günderrode und König Friedrich Wilhelm IV. Nicht zuletzt aber richtete sie Briefe an ihre vier Söhne. Wolfgang Bunzel berichtet über das ehrgeizige Langzeitprojekt der Brief-Edition.

Mi. 20.10. 20 Uhr
Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau - Gespräch

„die anmaßung der welt vergessen und uns ihr zu wenden“ (R. M. Schernikau)

Volker Gransow im Gespräch mit Georg Fülberth, Hermann L. Gremliza, Dietrich Mühlberg und Helmut Peitsch

„Was Schernikau so reizvoll macht, ist die innige Verknüpfung von Erkenntnis und Genuß“, schreibt Manfred Mugrauer über den 1991 früh verstorbenen Dichter, der als kaum Zwanzigjähriger mit “Kleinstadtnovelle” die literarische Bühne betreten hatte. Schon diesen Text, nur vordergründig die Geschichte eines Coming-outs, prägen strenges Formbewusstsein und eine Sinnlichkeit und Avantgarde des Denkens, die jeden Satz ins Zeitlos-Gültige heben. Was eigentlich meint Emanzipation? Und wie, konkret, für Zeiten wie unsere und danach, arbeitet Schernikau ihr zu? Wollen wir ihn wirklich lesen?

In Zusammenarbeit mit Verbrecher Verlag, Konkret Literatur Verlag, Rotbuch Verlag und schernikau.net

Do. 21.10. 20 Uhr
Zum 50. Geburtstag von R. M. Schernikau - Gespräch

„legende“ – Montageroman von Ronald M. Schernikau

Es lesen Simone von Zglinicki und Robert Stadlober
Einführung Thomas Keck

Past revisited: vier Halbgötter unter Schokoladenfabrikanten mit Selbstabschaffungsdrang, vier angehende Allmächtige unter Schlagersängerinnen, bunten Tunten, Parteiwohngebietsgruppenvorstandsmitgliedern, Fahrradverkäufern mit Karrierewunsch, schreienden Hausmeisterinnen, berufsverbotenen Lehrern, dem Neffen von Ulla und dem schönsten Mann der Welt. Und dann ist da auch noch Herr Lange, Vertreter der Zukunft, der mit der Vergangenheit in Handelsbeziehung tritt, vielmehr: getreten wird.
Der Roman, formal an die Bibel angelehnt, ist eine alle Grenzen sprengende Montage, der fulminante Abschied eines Künstlers, dessen Ziel war: „etwas loben können“.

In Zusammenarbeit mit Verbrecher Verlag, Konkret Literatur Verlag, Rotbuch Verlag und schernikau.net

Di. 26.10. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Insa Wilke „Ist das ein Leben: Der Dichter Thomas Brasch“

Moderation Hannah Markus

Insa Wilke beleuchtet in diesem ersten biografischen Essay über Thomas Brasch die Schnittstelle von Leben und Arbeiten und ermöglicht so einen neuen Blick auf die Bedeutung seines Werkes für unsere Zeit. Auf Grundlage umfangreicher Nachlassmaterialien zeichnet sie einen bisher unbeachteten Schreib- und Denkversuch nach, der von der historischen Zäsur 1989 auf das 21. Jahrhundert ausstrahlt. Wilkes Untersuchung zeigt, dass Brasch im Spiegel von Dichterfiguren wie Brecht und Babel, Johnson und Musil, Heym und Wolf die Grenzen zwischen Leben und Arbeiten, Ästhetik, Politik und Biografie aufhebt und so die Leser in ein wildes Denken zieht.

Mi. 27.10. 20 Uhr
Gespräch und Lesung

Invalidenhaus und Charité – Zur Geschichte von Medizin und Wissenschaft in Berlin

Ernst Peter Fischer „Die Charité. Ein Krankenhaus in Berlin, 1710 bis heute.“
Laurenz Demps „Das Berliner Invalidenhaus und die Entwicklung seines einstigen Geländes“

Gegründet als Quarantänehaus und Lazarett, hat sich die Charité, die dieses Jahr ihr 300jähriges Jubiläum feiert, vom einstigen Armenkrankenhaus zu einer der renommiertesten Universitätskliniken der Welt entwickelt. Ebenfalls bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück reicht die Gründung des benachbarten und mit der Geschichte der Charité eng verknüpften Invalidenhauses, in dem kriegsbeschädigte Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften Aufnahme fanden. Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer und der Stadthistoriker Laurenz Demps rekapitulieren 300 Jahre Berliner Medizin- und Wissenschaftsgeschichte in Zeiten des Aufbruchs und der Krise.

Do. 28.10. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Roswitha Quadflieg „Der Glückliche - Roman zu zehn Stimmen“

Wolfgang Benz im Gespräch mit der Autorin

Der Roman „Der Glückliche“ beruht auf der von Roswitha Quadflieg recherchierten Biografie des Dr. L. W., der von 1921 bis 1933 Stadtarzt in Speyer war und 1938 wegen Beleidigung Hitlers verhaftet wurde. Aufgrund eines ärztlichen Gutachtens verbrachte er fortan 21 Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Lohr. Drei Tage nach seiner Entlassung stürzte er auf einer Bergwanderung in den Tod. Der Roman setzt nochmals 25 Jahre später an: sieben Familienmitglieder, ein Mitinsasse, ein Arzt und ein Rechtsanwalt tragen ihre jeweils eigene Sicht auf das Leben des Dr. L. W. vor. Alle beharren darauf, die Wahrheit zu kennen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

01.09.-14.10.2010
Ausstellung

Tanja Zimmermann "über das Finden von Fülle und Leere" - Aquarelle

15.10.-30.11.2010
Ausstellung

Thomas Graichen "versunkenes metropolis" - Fotografie

08.02.-30.03.2011
Ausstellung

Esra Carus - "Ethik und Opfer des Rechts", Porzellan und Papier, Installation

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