Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Mai 2010.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Annett Gröschner im Gespräch mit der Biografin
Sophie Scholl ist eine Ikone der deutschen Geschichte. Doch ihr Weg von der behüteten Tochter über die jugendliche NS-Führerin zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus als Mitglied der „Weißen Rose“ war länger, widersprüchlicher und differenzierter als bisher dargestellt. Barbara Beuys hat die erste umfassende Biografie über Sophie Scholl geschrieben, der zahlreiche, bisher unbekannte Dokumente zugrunde liegen.
Herausgegeben von Gesine Bey
Inge Stephan im Gespräch mit der Herausgeberin
Angela Rohr, österreichische Schriftstellerin und Ärztin, Rainer Maria Rilkes Freundin Angela /Guttmann/ aus dem Winter 1920 in Locarno, galt als verschollene Autorin. Sie war Expressionistin, Dadaistin, Psychoanalytikerin, Korrespondentin der /Frankfurter Zeitung/ in Russland, bevor sie 1941 in Moskau inhaftiert wurde und in den Gulag kam. Jetzt steht die Entdeckung ihres autobiografischen Spätwerks bevor.
Herausgegeben von Michael Schröter
Dagmar Just im Gespräch mit dem Herausgeber – Es liest Jörg Gudzuhn
Freud ist bekannt als Vater der Psychoanalyse. Freud als Vater von sechs Kindern jedoch ist relatives Neuland. Dieses zu betreten ist nun möglich geworden durch die von Michael Schröter herausgegebenen, größtenteils erstmals veröffentlichten Briefe Freuds an seine Kinder und Enkel. Hier zeigt sich, wie der Pionier seelischer Tabubrüche mit seiner eigenen Familie kommunizierte.
Dies ist der erste Abend einer neuen Veranstaltungsreihe mit Briefwechseln aus zwei Jahrhunderten. Eine Werkstatt über den Brief als Genre zwischen Intimität und Öffentlichkeit.
Bernd-Rainer Barth und Christian Hufen im Gespräch mit dem Autor
Der Historiker Peter Kamber hat acht Jahre lang über die in der Schweiz konzentrierte Geheimdienstszene während des Zweiten Weltkriegs recherchiert, seinerzeit Beteiligte befragen können und untersucht, wie die Alliierten den deutschen Militärwiderstand wahrnahmen. Seine Ergebnisse konnte er nur in einem dokumentarischen Roman darstellen, da die historische Komplexität des Geschehens und die psychologischen Verstrickungen der Akteure in bloßer Wissenschaftssprache nicht darstellbar gewesen wären.
Dieser 1965 am Strelasund geborene Mähnenlöwe, der seiner Fleischarbeit im berühmtesten Lesesaal des Landes, dem der Deutschen Bücherei in Leipzig, reviertreu nachgeht, lebt zugleich das entgrenzte Dasein eines welttrunkenen Dichters mit dem unstillbaren Hunger nach Schönheit und Liebe, deren Winkel und Weiten er auszuloten weiß. Er machte seinem Namen nicht höchste Ehre, würde er nicht in seinen vogelfreien und regeltreuen Gedichten zu einem artistisch Preisenden, einem spitzfindigen Lobsänger auf das feuchtfrohe, ungebügelte Leben.
Thomas Macho im Gespräch mit dem Autor
Als der Pariser Arzt Joseph-Ignace Guillotin 1789 anlässlich eines Antrags auf Reform des Strafrechts die Idee zur Guillotine vorstellte, tat er das, um – so absurd es klingt – die Hinrichtungspraxis zu humanisieren. Jeder, der zum Tode verurteilt war, sollte im Sinne der Égalité auf die gleiche, komplikationslose Weise zu Tode gebracht werden. Damit beginnt die Geschichte der Guillotine, die der Psychologe und Publizist Andreas Schlieper beschreibt.
Christina von Braun im Gespräch mit dem Autor
Christina von Braun im Gespräch mit dem Autor
Die bloße Tatsache des Todes schafft die Möglichkeit einer allgemeinen Dimension von Bedeutsamkeit. Das Wissen um den Tod wiederum ist die Triebfeder menschlicher Sinnsuche. Diese Thesen zum Verhältnis von Sein und Sinn erläutert Jochen Hörisch an einer Vielzahl konkreter Kunstwerke, da Kunst ihm als Versuch gilt, trotz und gerade aufgrund der an sich ernüchternden Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit das menschliche Leben zu erhöhen.
Dokumentarfilm
Erdmut Wizisla im Gespräch mit dem Regisseur
Angeblich beging Walter Benjamin Selbstmord, als er auf der Flucht vor den Nazis im katalanischen Grenzstädtchen Portbou festgehalten wurde und seiner Deportation entgegenblickte. David Mauas zeigt in seinem Dokumentarfilm jedoch diverse Ungereimtheiten an dieser offiziellen Version. Neben einer Rekonstruktion der Todesumstände zeichnet Mauas auch ein Portrait von Portbou, einem Ort zwischen Flucht, Verfolgung und (falscher) Hoffnung.
Claudia Kramatschek im Gespräch mit der Autorin
„Sorry, Leute, hier spukt es doch.“ Die selbsternannte Geisterjägerin Sarah Khan ist eigentlich Schriftstellerin und fängt genau genommen keine Geister, sondern Geschichten über ebensolche. In ihrem Erzählband dokumentiert sie literarisch die Geistererfahrungen von Freunden, von Bekannten und Nachbarn. Khan interessiert die Geschichte hinter der Geschichte. Geister sind Verbindungswesen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Geschichten aus Berlin, Hauptstadt der Untoten.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Benjamin Stein
Benjamin Stein hat ein Buch über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen und das Ringen um Identität geschrieben. Inspiriert hat ihn dazu der spektakuläre Fall des „Binjamin Wilkomirski“, der 1995 eine von der Kritik vielgelobte Autobiografie veröffentlichte, die sich einige Zeit später als Fiktion erwies.
Herausgegeben von Almut Giesecke und Christiane Zehl Romero
Es liest Carmen-Maja Antoni – Sonja Hilzinger im Gespräch mit den Herausgeberinnen
Außer Haus
Ort: Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
Eintritt frei
Anmeldung erbeten / Frau Zincke, Telefon: 030/7 26 29 11 09
Die Briefe Anna Seghers‘ an Verwandte, Freunde und Kollegen in aller Welt zeichnen ein unbekanntes Bild der Autorin: von den Belastungen und Überlastungen ihres Alltags, von ihrem Humor, von ihrem Lebensmut. Die politischen Ereignisse der 60er und 70er Jahre in der DDR – wie den Prozess gegen Walter Janka oder die Ausbürgerung Wolf Biermanns – kommentiert sie, indem sie von ihrer Trauer und der Sehnsucht nach Freude spricht. Die Widersprüche ihres eigenen Lebens, die Wirkungslosigkeit ihrer Werke nimmt sie wahr, was ihren späten Briefen auch eine tragische Dimension gibt.
In Zusammenarbeit mit dem Aufbau Verlag, der Heinrich-Heine-Gesellschaft und der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz