Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Juni 2010.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Ekkehart Krippendorff und Maik Hamburger im Gespräch mit dem Autor
Wer war Shakespeare? Die Kluft zwischen der enormen Bildung, die sich in Shakespeares Werken zeigt und den Lebensumständen des aufgrund seines Namens als Genie gehandelten Kaufmanns und Schauspielers Shakspere sorgen schon lange für Autorschaftsdebatten. Indizienreich verdichtet sich nun im Buch des Literaturwissenschaftlers Kurt Kreiler die These, dass hinter dem Pseudonym Shakespeare ein Adliger des elisabethanischen Hofes steckt.
Moderation Thomas Flierl
Jochen Schimmangs Protagonist hängt alten Zeiten nach, genauer gesagt, der Zeit der Bonner Bundesrepublik. In ihr konnte er eine gemütliche politische Karriere hinlegen und gleichzeitig genügend ironische Distanz zum System bewahren. Aus diesem wohlgefälligen Machtidyll wurde er durch die Wende und die Verlegung des Zentrums nach Berlin herausgerissen. Es ist der ironische, wütende und melancholische Vergangenheitsblick eines Alt-68ers.
Mit Friedrich Ani und Joachim Ciupka (Kriminalist)
Moderation Thomas Wörtche
Die zentrale Gestalt des Kriminalromans ist der Ermittler. Nicht selten erscheint er als verschlagen oder beruflich deformiert. Aber gerade seine Ticks qualifizieren ihn für die Verbrecherjagd. Welcher Typ Mensch kann Verbrecher jagen? Wie gestalten sich fingierter und professioneller Berufsalltag?
Aus einem realen Kriminalfall entwickelt Ani einen Roman voller Abgründe und Rätsel.
Herausgegeben von Burkhart Veigel
Moderation Erdmut Wizisla
1963 traf Uwe Johnson Vorbereitungen für ein Buch, in dem es um Flucht und Fluchthilfe aus der DDR gehen sollte, brach es aber aus nicht geklärten Gründen ab. Erhalten sind Interviews, die Johnson mit den West-Berliner Fluchthelfern Detlef Girrmann und Dieter Thieme führte und die nun erstmals schriftlich veröffentlicht werden. Herausgeber ist Burkhart Veigel, der in seiner Zeit als FU-Student selbst aktiver Fluchthelfer war.
Moderation: Marina Neubert
Dürfen Texte fremder Autoren als Baumaterial für eigene Romane verwendet werden? Ist das literarische Werk lediglich ein Rohstoff, welches in wechselnder Gestalt verschiedenen Besitzern zu dienen hat, und deshalb ungeeignet ist, Urheberrechte zu sichern? Die Debatte über Plagiat, neuerdings durch den umstrittenen Roman Axolotl Roadkill von Helene Hegemann ausgelöst, scheint wieder einmal einen Streit um den Wirklichkeitsbegriff der Literatur in Gang gesetzt zu haben. Theisohns Buch eröffnet uns nicht nur Einsichten in die Geschichte des Abschreibens, sondern beantwortet die Frage, unter welchen Umständen solches Tun Plagiat heißt.
Michael Wildenhain im Gespräch mit dem Autor
Der in Belgien lebende Schriftsteller Dietmar Sous präsentiert in seinem Band Weekend neun Erzählungen. In sehr direkter und durch ihre Schmucklosigkeit witziger Erzählweise nehmen uns die Geschichten mit durch eine bunte Tristesse wochenendlicher Unternehmungen und Impressionen, immer entlang einer Oberfläche, die die darunter liegenden Abgründe, Konflikte und offenen Fragen spürbar macht.
In Zusammenarbeit mit der Vertretung der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in Berlin
Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit der Autorin
Mit den beiden Gedichtbänden «Verschlossene Kammern» (2002) und «Grund zu Schafen» (2004) hat sich Marion Poschmann in die erste Reihe der deutschen Gegenwartslyrik geschrieben. In ihrem jetzt vorliegenden dritten Gedichtband «Geistersehen» wartet sie abermals mit flirrenden Bildern und spukhaften Erkenntnissen auf. Es sind Expeditionsberichte aus der Gegenwart, die das Verstörende im Vertrauten, das Abgründige im Seichten, das Unheimliche im Gemütlichen aufspüren.
In Zusammenarbeit mit Literaturen
Moderation Gabriele von Arnim
Ulrike Kolb erzählt die Geschichte der jüdisch-deutschen Liebe von Carla und Yoram. In Israel wie in Deutschland stoßen sie auf Skepsis und Vorurteile als Nachwirkungen der Vergangenheit. Die Beziehung zerbröckelt aber nicht dadurch, sondern durch die Allerweltsprobleme Beruf, Erziehung, Altern, Affäre. Am Ende steht eine neue, zukunftsgerichtete Perspektive, nämlich die von Carlas und Yorams Tochter.
Marius Meller im Gespräch mit dem Autor
Die Veranstaltung muss leider entfallen. Voraussichtlicher Nachholtermin ist der 1. Dezember 2010. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Wolfgang Benz im Gespräch mit Hasnain Kazim
Auf dem Dachboden seiner Eltern findet Hasnain Kazim, Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer, Dokumente. Sie belegen, dass seine Familie in den 80er-Jahren mehrmals kurz davor stand, aus Deutschland ausgewiesen zu werden. Kazim geht dieser Familiengeschichte nach, erzählt, wie seine Eltern in einem Dorf bei Hamburg heimisch wurden. Den Schikanen der Ausländerbehörden steht die Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner gegenüber. Was im täglichen Leben rasch gelingt – die Integration – wird erst nach 16 Jahren offiziell: Die Familie erhält die deutsche Staatsbürgerschaft.
Eintritt frei
Veranstaltung der Brecht-Weigel-Gedenkstätte und des Bertolt-Brecht-Archivs der Akademie der Künste mit dem Literaturforum im Brecht-Haus
Für Speisen und getränke sorgt das Kellerrestaurant
Was haben diese drei Dichter und Sänger gemeinsam? Ein großes Publikum, den hohen Anspruch an die Kunst und viele literarische und musikalische Bezüge.
> Von 15.-18.00 Uhr sind im Brecht-Archiv die Ausstellung Villon-Brecht-Dylan. Dokumente einer Intertextualität zu sehen sowie Filmdokumente zu Brecht.
> Von 15.-18.00 Uhr werden im Literaturforum Dokumentarfilme von Heiderose Leopold und Peter Voigt gezeigt. > Ab 16.00 Uhr lädt die Brecht-Weigel-Gedenkstätte zu Sonderführungen durch die Wohnungen des Künstlerpaares und über den Dorotheenstädtischen Friedhof ein.
> Ab 19.00 Uhr spricht Patrick Ramponi über Bertolt Brechts literarisches Strandgut bei Bob Dylan.
> Ab 21.00 Uhr läuft der Film Dämmerung, Ostberliner Bohème der 50er Jahre von Peter Voigt.
Der Musiker und Rechtsanwalt Lothar de Maizière war vom 12. April bis 2.Oktober 1990 der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR und zugleich der letzte. Er war ein Mann der leisen und nachdenklichen Töne. Unbestritten ist sein Beitrag für die Überwindung der deutschen Teilung. Sein Ausflug in die Regierungspolitik blieb nur von kurzer Dauer. Erst kürzlich bezeichnete die Bundeskanzlerin in ihrer Rede zu seinem 70. Geburtstag Lothar de Maizière als „Anwalt der Einheit“ und „Brückenbauer“.
Mitwirkende: Antonia Bill, Juliane Fisch, Max Jaenisch, Mario Klischies, Vincenz Türpe, Maria Thomas, Anne Marie Schirmacher
Klavier: Uwe Streibel
Einstudierung: Kerstin Hensel und Gina Pietsch
Mord und Totschlag kommen nicht von ungefähr: das wissen, besser als alle Kriminalpsychologen, die Balladendichter. Balladen waren ursprünglich Tanzlieder. Wenn in den “blutigen Balladen” etwas tanzt, dann ist es der Tod. Oder die Liebe. Oder der Tod mit der Liebe. Aber auch in der älteren oder jüngeren Geschichte pocht der gruslig-grausige Rhythmus. Nicht zuletzt liegt dem Schrecklichen oft das Komische bei. Studierende der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” singen und sprechen Balladen von Francois Villon, Bertolt Brecht, Helga Novak, Christa Reinig, Adolf Endler u.a.
Herausgegeben von Walter Fähnders
Elke Schmitter im Gespräch mit dem Herausgeber
In Orientreisen begibt man sich mit Annemarie Schwarzenbach weit nach Osten. Querschnittartig versammelt das Buch detaillierte und zugleich poetische Eindrücke von erhabenen Landschaften und fremden Kulturen. Von Istanbul geht die Reise über Damaskus, Bagdad und Teheran zu den Ruinen von Persepolis, durch die Wüsten Turkestans bis an den Hindukusch. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wirft Schwarzenbach aus der Kontrasterfahrung von Okzident und Orient kulturelle, soziale und politische Fragen auf. Ihre Reportagen erschienen damals nicht in Deutschland, denn die promovierte Historikerin bewegte sich in den antifaschistischen Kreisen um Erika und Klaus Mann.