Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Januar 2011.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Lutz Niethammer im Gespräch mit dem Autor
Der Gulag, die „Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager“, steht synonym für das Repressionssystem der Sowjetunion bis zum Tode Stalins. Es ist wenig bekannt darüber, wie es den überlebenden Häftlingen später erging, nachdem sie aus der Lagerhaft entlassen waren. Meinhard Stark hat über hundert ehemalige Gulag-Häftlinge für seine Forschungen befragt. Nach langen Haftstrafen mussten sie ihr Leben völlig neu ordnen, ihren Berufsweg finden und mit der traumatischen Vergangenheit umgehen – auf unterschiedliche Weise in Ost und West.
Moderation: Ingo Arend
Die Wetterau bei Frankfurt am Main gibt den Rahmen ab für Andreas Maiers neuesten Roman. Durch diese kleine Welt am Ende der sechziger Jahre, zu Zeiten der Mondlandung, geht Onkel J., der seit Geburt gehandicapte Bruder eines mittelständischen Unternehmers, wie ein Unschuldiger, wenn er nicht gerade in seinem nazibraunen VW-Variant durch die blühenden Rapsfelder fährt oder um Frankfurter Bordelle schleicht. Angeblich Auftaktroman zu einer elfbändigen hessischen Familiensaga ist „Das Zimmer“ spannende Heimatkunde der besonderen Art.
Annette Leo im Gespräch mit dem Autor
Das Schicksal einer deutschen Familie im Spannungsfeld zweier feindlicher Systeme: ein Stasi-Spion in der Bundesrepublik wird enttarnt und flieht überstürzt mit seiner Frau und zwei Söhnen in die DDR. Doch die Kinder weigern sich, das falsche Spiel mitzuspielen, verweigern sich der Einbürgerung in die DDR. So wird das Leben immer unerträglicher, bis der Vater ihre Flucht zurück in den Westen über Ungarn in die Wege leitet. Doch der Albtraum findet kein Ende…
Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Jakob Augstein
Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Der Gast stellt sein Lieblingsbuch vor, Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau geben außerdem noch kurze Empfehlungen zu Büchern aus der laufenden Produktion. Und damit sich die Zuhörer auch selbst einen Eindruck von dem verschaffen können, wovon da die Rede ist, gibt es aus jedem vorgestellten Buch eine kurze Lesung. Im ersten Gespräch der neuen Reihe ist Jakob Augstein, Journalist und Verleger des „Freitag“, zu Gast und stellt Moritz von Uslars Roman „Deutschboden“ vor. Außerdem spricht das Trio über „Das große Haus“ von Nicole Krauss und „Tschick“ von Wolfgang Herrndorfs. Am Ende ist auch das Publikum herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
In Zusammenarbeit mit „Literaturen“
Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor
Senek Rosenblum wird 1935 als Sohn jüdischer Eltern in Polen geboren. Nach dem Einmarsch der Deutschen versucht Seneks Vater 1942 mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto zu fliehen, weil er fälschlicherweise annimmt, dass sie dort sicherer seien. Nur Vater und Sohn überleben. Glücklicherweise gelingt es Seneks Vater, seinen Sohn aus dem Ghetto herauszuschleusen und eine Polin zu überreden, den Jungen in ihrem Schrank zu verstecken. Anders als die meisten jüdischen Kinder überlebt er und hat nun mit über 70 Jahren seine Erinnerungen publiziert.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung
Moderation: György Dalos
Lamara lebt mit dem Großteil ihrer Familie in Tblissi in Georgien, während ihr Sohn der Liebe wegen nach Ostberlin gezogen ist. Mit dem Briefwechsel zwischen diesen Orten beschreibt Kurzchalia die wechselvolle Zeit von 1984 bis 1995. Es geht um die „große“ Politik und ihren Einfluss auf das Leben der „kleinen“ Leute. Vor dem Hintergrund der Brutalität und des Leids, in das Georgien auf dem Weg zur staatlichen Autonomie stürzt, ergibt sich auch ein neuer Blick auf die friedliche Revolution in der DDR. Lamaras Briefe machen die geschichtlichen Ereignisse wieder lebendig.
Moderation: Knut Elstermann
In Osangs Buch geht es um Biografien nach der Wende 1989, und es geht um die Veränderungen in Berlin, die Fremdheit unter den Bewohnern eines Stadtbezirks, die Missverständnisse und Erwartungen und ihre Glückshoffnungen. Die Protagonisten müssen sich auseinandersetzen mit der Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart und ihren neuen Arbeits- und Lebensverhältnissen. Mit dem Ende des Romans gibt Osang seiner Geschichte eine völlig unerwartete Wende …
Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor
Thomas Lehr, Träger des Berliner Literaturpreises 2011, beschreibt das Leben zweier Familien, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Bis im Zuge des 11. September 2001 und den darauf folgenden Jahren eine traurige Gemeinsamkeit entsteht. Sabrina stirbt im World Trade Center, während Muna 2004 bei einem Bombenanschlag in Bagdad ums Leben kommt. Durch ihre Geschichte, und die ihrer Väter, schafft Lehr die Verknüpfung von Orient und Okzident. Und mit seiner dichten lyrischen Sprache inspiziert er die Bedeutung dieser großen politischen und historischen Ereignisse.