Veranstaltungsprogramm – Januar 2011

Die Veranstaltungen und unser Begleitprogramm (Ausstellungen, Seminare, Workshops …) im Januar 2011.

Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 5 € / ermäßigt 3 €. Kein Kartenvorverkauf. Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Lesungen/ Buchvorstellungen/ Filme … []

Di. 11.01. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Meinhard Stark „Die Gezeichneten. Gulag-Häftlinge nach der Entlassung“

Lutz Niethammer im Gespräch mit dem Autor

Der Gulag, die „Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager“, steht synonym für das Repressionssystem der Sowjetunion bis zum Tode Stalins. Es ist wenig bekannt darüber, wie es den überlebenden Häftlingen später erging, nachdem sie aus der Lagerhaft entlassen waren. Meinhard Stark hat über hundert ehemalige Gulag-Häftlinge für seine Forschungen befragt. Nach langen Haftstrafen mussten sie ihr Leben völlig neu ordnen, ihren Berufsweg finden und mit der traumatischen Vergangenheit umgehen – auf unterschiedliche Weise in Ost und West.

Mi. 12.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Andreas Maier „Das Zimmer“

Moderation: Ingo Arend

Die Wetterau bei Frankfurt am Main gibt den Rahmen ab für Andreas Maiers neuesten Roman. Durch diese kleine Welt am Ende der sechziger Jahre, zu Zeiten der Mondlandung, geht Onkel J., der seit Geburt gehandicapte Bruder eines mittelständischen Unternehmers, wie ein Unschuldiger, wenn er nicht gerade in seinem nazibraunen VW-Variant durch die blühenden Rapsfelder fährt oder um Frankfurter Bordelle schleicht. Angeblich Auftaktroman zu einer elfbändigen hessischen Familiensaga ist „Das Zimmer“ spannende Heimatkunde der besonderen Art.

Di. 18.01. 20 Uhr
Buchvorstellung und Gespräch

Thomas Raufeisen „Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei“

Annette Leo im Gespräch mit dem Autor

Das Schicksal einer deutschen Familie im Spannungsfeld zweier feindlicher Systeme: ein Stasi-Spion in der Bundesrepublik wird enttarnt und flieht überstürzt mit seiner Frau und zwei Söhnen in die DDR. Doch die Kinder weigern sich, das falsche Spiel mitzuspielen, verweigern sich der Einbürgerung in die DDR. So wird das Leben immer unerträglicher, bis der Vater ihre Flucht zurück in den Westen über Ungarn in die Wege leitet. Doch der Albtraum findet kein Ende…

Mi. 19.01. 20 Uhr
Gespräch mit Lesungen

Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast

Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Jakob Augstein

Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Der Gast stellt sein Lieblingsbuch vor, Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau geben außerdem noch kurze Empfehlungen zu Büchern aus der laufenden Produktion. Und damit sich die Zuhörer auch selbst einen Eindruck von dem verschaffen können, wovon da die Rede ist, gibt es aus jedem vorgestellten Buch eine kurze Lesung. Im ersten Gespräch der neuen Reihe ist Jakob Augstein, Journalist und Verleger des „Freitag“, zu Gast und stellt Moritz von Uslars Roman „Deutschboden“ vor. Außerdem spricht das Trio über „Das große Haus“ von Nicole Krauss und „Tschick“ von Wolfgang Herrndorfs. Am Ende ist auch das Publikum herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.

In Zusammenarbeit mit „Literaturen“

Do. 20.01. 20 Uhr
Lebenszeugnisse

Senek Rosenblum „Der Junge im Schrank – Eine Kindheit im Krieg“

Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor

Senek Rosenblum wird 1935 als Sohn jüdischer Eltern in Polen geboren. Nach dem Einmarsch der Deutschen versucht Seneks Vater 1942 mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto zu fliehen, weil er fälschlicherweise annimmt, dass sie dort sicherer seien. Nur Vater und Sohn überleben. Glücklicherweise gelingt es Seneks Vater, seinen Sohn aus dem Ghetto herauszuschleusen und eine Polin zu überreden, den Jungen in ihrem Schrank zu verstecken. Anders als die meisten jüdischen Kinder überlebt er und hat nun mit über 70 Jahren seine Erinnerungen publiziert.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung

Di. 25.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Helga Kurzchalia „Lamaras Briefe oder vom Untergang des Kommunismus“

Moderation: György Dalos

Lamara lebt mit dem Großteil ihrer Familie in Tblissi in Georgien, während ihr Sohn der Liebe wegen nach Ostberlin gezogen ist. Mit dem Briefwechsel zwischen diesen Orten beschreibt Kurzchalia die wechselvolle Zeit von 1984 bis 1995. Es geht um die „große“ Politik und ihren Einfluss auf das Leben der „kleinen“ Leute. Vor dem Hintergrund der Brutalität und des Leids, in das Georgien auf dem Weg zur staatlichen Autonomie stürzt, ergibt sich auch ein neuer Blick auf die friedliche Revolution in der DDR. Lamaras Briefe machen die geschichtlichen Ereignisse wieder lebendig.

Mi. 26.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Alexander Osang „Königstorkinder“

Moderation: Knut Elstermann

In Osangs Buch geht es um Biografien nach der Wende 1989, und es geht um die Veränderungen in Berlin, die Fremdheit unter den Bewohnern eines Stadtbezirks, die Missverständnisse und Erwartungen und ihre Glückshoffnungen. Die Protagonisten müssen sich auseinandersetzen mit der Vergangenheit, aber auch mit der Gegenwart und ihren neuen Arbeits- und Lebensverhältnissen. Mit dem Ende des Romans gibt Osang seiner Geschichte eine völlig unerwartete Wende …

Do. 27.01. 20 Uhr
Lesung und Gespräch

Thomas Lehr „September. Fata Morgana“

Sigrid Löffler im Gespräch mit dem Autor

Thomas Lehr, Träger des Berliner Literaturpreises 2011, beschreibt das Leben zweier Familien, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Bis im Zuge des 11. September 2001 und den darauf folgenden Jahren eine traurige Gemeinsamkeit entsteht. Sabrina stirbt im World Trade Center, während Muna 2004 bei einem Bombenanschlag in Bagdad ums Leben kommt. Durch ihre Geschichte, und die ihrer Väter, schafft Lehr die Verknüpfung von Orient und Okzident. Und mit seiner dichten lyrischen Sprache inspiziert er die Bedeutung dieser großen politischen und historischen Ereignisse.

Ausstellungen/ Seminare/ Workshops … []

08.02.-30.03.2011
Ausstellung

Esra Carus - "Ethik und Opfer des Rechts", Porzellan und Papier, Installation

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